Oschatz-damals.de > Postkarten > Altmarkt


Der neue obere Altmarkt 13. Oktober 1924

Fertig ist er zwar noch nicht, aber man erkennt doch nun, nachdem die Rohrlegungs- und Planierungsarbeiten vor kurzem beendet worden sind, wie er schließlich aussehen wird, wenn er eines Tages ganz fertig ist. Vor allem: das holprige Pflaster ist nun glücklich weg, besseres, glattes, wie in dem Denkmalsviereck ist allerdings nicht auf die neuen Straßen gekommen und die schiefe Ebene ist uns auch erhalten geblieben. Dafür sind an der oberen und unteren Marktseite zwei gradlinige und ebenflächige Straßen mit Beschotterung geschaffen worden, zwischen denen die schiefe Fläche in drei Felder für Gartenanlagen aufgeteilt ist. Zur Erleichterung des Verkehrs führen zwischen den künftigen Wiesenflächen breite Stufenwege von der einen Straße zur anderen. Wenn die Arbeiten bis zu ihrem jetzigen Stande früher beendet werden können, so würden wir den erfrischenden Anblick des grünen Rasens noch in diesem Herbst genossen haben. Nun wird der Altmarkt sein vollständig neues Gesicht erst im kommenden Frühjahr erhalten. Wir können jedoch schon jetzt verraten, wie das neue Marktbild endgültig aussehen wird. Die ganze jetzt feldgraue, später grasgrüne Fläche wird wie bei

Großstadtpromenaden von grünen Geländer eingefriedigt werden. Das soll schon in nächster Zeit geschehen und dann wird auch die Anpflanzung nicht mehr auf sich warten lassen. Mit Rotdornbäumen, niedrigen Nadelhölzern und Rosengruppen soll der Plan besetzt werden, ob der Rasenplatz auch einen Zierbrunnen erhalten wird, das hängt jedoch davon ab, ob sich ein gütiger Sponsor dafür finden wird. In seinem vollen Schmucke wird der Platz also erst im nächsten Frühjahr prangen. Da im nächsten Jahr hier eine größere Gartenbau-Ausstellung im „Goldenen Löwen“ geplant ist, so wird der neue Altmarkt gleichsam eine schöne Empfehlung für die Besucher dieser Blumenschau sein. Sehr verschieden sind die Ansichten darüber, ob die Neugestaltung des oberen Altmarktes dem Geschäftsverkehr förderlich oder nachteilig sein wird, sicher aber hat es etwas für sich, daß in der Mitte des alten Stadtviertels, das in seinem bisherigen steinernen Aussehen recht kahl und nüchtern wirkte, eine grüne, blumenfarbige Oase entsteht, wodurch das Stadtbild an Schönheit gewinnt.

 


© 1998 - 2021 Inhalt | Neues | über mich | Ungeklärtes | Impressum | Datenschutzerklärung | Links