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INDULGENZBRIEF VON 1246

Dieser Ablassbrief vom Bischof Conrad von Meißen († 1259) an das Franziskaner-Kloster in Oschatz ist die älteste Urkunde im Oschatzer Ratsarchiv.

Sammlung (Faksimili):
Gerald Polster

Conradus miseratione divina Misnensis episeopus universis christi fidelibus praesentes litteras inspecturis in salutis auctore salutem. Quoniam ut aitapostolus omnes astabimus ante tribunal judicis recepturi, prout gessimus in corpore sive bonum fuerit sive malum, oportet nos diem messionis extremae misericordiae operibus praevenire ac aetemorum intuitu seminare in terris, quod concedente domino cum multiplicato fruetu recolligere valeamus in coelis firmam spem fiduciamque tenentes quod qui parce seminat parce et metet et qui seminat in benedictonibus vitam metet de benedictionibus sempiternam. Sanctarum mentium invisibilis habitator corona certantium et martyrum palma candidus innocentia puritate rubicundus indumentis sacro suae passionis sanguine rubricatis sponsam suam matrem ecclesiam piae propiti ationis et consuetae miserationis munere locupletat salutes amplificans plebis suae spiritualibus adiumentis multiplieando eorum numerum qui veri agni innocentiam verbo praedicant et exemplo exuti pompis secularibus egentes angustiati afflicti et per omnia spectaculum munda facti. Hinc est quod nos licet inmeritos supemi prudentia conditoris ad pastoralis extulit sollicitudinis dignitatem specialiter ascribimus dono ejus quod cum oculi eius nostrum videant imperfectum, insulficientiam nostram eorum numero relevat et labore qui calcatls ilIecebris huius mundi aucrori omnium iugiter famulantur et nobis de qualitate diffidentibus meritorum sanctarum suarum orationum patrocinio suffragantur ea quae nostris gravia sunt humeris nobiscum caritate continua sublevantes, in quorum sancta conversatione et exemplis irreprehensibililbus et perfectis aspicit quod  amendet et in infirmitate adhuc positus quod sequatur. Sane sanctificationum auctori gratias referimus et in secula benedicimus nomen eius quod nostris temporibus omnium terrarum terminos ordinis fratrum minorum domibus benedixit quorum vitam deo placitam et acceptam necnon et ecclesiae fructuosam ipsorum opea praedicant et ostentant. Sanctificari enim cum sanctis speramus et fieri cum innocentibus innocentes. Cum igitur ob amorem eius quem dicti fratres sermonis officio praedicant el exempli veritate pauperes pauperem imitantur, ipsum ordinem internis caritatis visceribus amplectamur rogati ab ipsis fratribus quos in misnensi episcopatu videlicet in ozzezs dominus adunavit ut devotlo et reverentia a christi fidelibus abundantiam celebretur et devotio humilium et devote confitentium meritum sive gratiam afferat et apportet auctoritate nobis a deo concessa cooperantibus infirmitati nostrae sanctorum meritis decrevimus omnibus qui ad dictorum fratrum oratoria in die dedicationis ipsorum convenerint unam karinam et quadraginta dies de iniuncta sibi poenitentia eorum peccatorum de quibus contriti fuerint el confessi nec non in die sancti Francisci et Antonii quadraginta dies annis singulis indulgere eo dante et per nostrum ministerium indulgente qui est vere miserator et misericors in majestate sua laudabilis et in sanctorum suorum mirabilibus gloriosus


Übersetzung der Karl-Marx-Universität Leipzig (heute: Alma mater lipsiensis)

Conrad von Gottes Gnaden Barmherzigkeit Bischof von Meißen allen Gläubigen Christi, die die vorliegende Urkunde sehen werden, Heil im Urheber des Heils.
Da, wie der Apostel sagt, wir alle vorm Richterstuhl stehen werden um zu erhalten, wie wir gehandelt haben im Fleische, Gutes oder Böses, geziemt es uns, dem Tage des Gerichts durch Werke der äußersten Barmherzigkeit zuvorzukommen und im Hinblick auf die Ewigkeit auf Erden zu säen, was wir, wenn Gott will, mit vielfältiger Frucht ernten können im Himmel, da wir die feste Hoffnung und Zuversicht haben, daß, wer kärglich säet, der wird kärglich ernsten, und wer mit Segen säet, der wird mit Segen ernsten das ewige Leben. Der unsichtbare Bewohner der heiligen Seelen, die Krone der Streiter und Palme der Märtyrer, strahlend von Umschuld, rot glänzend von Lauterkeit in den Gewäqndern, die rot gefärbt sind vom heiligen Blute seiner Passion, bereichert seine Braut, die Mutter Kirche, mit der Gabe der frommen Versöhnung und des gewohnten Mitleides und vermehrt das Heil seines Volkes durch durch geistlichen Beistand, indem er die Zahl derer vervielfältigt, die die Unschuld des wahren Lammes durch Wort und Beisoiel predigen, arm an weltlichen Glanz, bedürftig, eingeengt, bekümmert und der Welt ganz und gar zu einem Beispiel gemacht.
Daher schreiben wir die wenn schon ohne unser Verdienst, die göttliche Vorsehung zur Würde des Hirtenamtes hervorgehoben hat, es besonders seiner Gabe zu, daß, da seine Augen unsere Unvollkommenheit sehen, er unsere Unzulänglichkeit aufrichtet durch die Zahl und Mühe derer, die, indem sie die Lockungen dieser Welt unter ihre Füße treten, immer dem Schöpfer aller Dinge dienen und uns, die wir an der Beschaffenheit der Gerechten verzweifeln, durch den Schutz ihrer heiligen Gebote unterstützen, indem sie das, was unseren Schultern zu schwer wird, mit uns in dauernder Barmherzigkeit tragen, in derer heiligen Lebenswandel und untadeligen Vorbild auch der Vollkommene sieht, was empfehlen kann, und der, der bisher wankelmürtig ist, das erkennt, wonach er streben soll.
Fürwahr, wir danken dem Schöpfer der Heiligkeit und in Ewigkeit preisen wir seinen Namen, weil er in unserer Zeit alle Länder mit den Häusern der Minoriten gesegnet hat, deren Gott wohlgefälliges und angenehmes und der Kirche nützliches Leben ihre eigenen Worte predigen und darstellen. Wir hoffen nämlich, mit den Heiligen heilig und mit den Unschuldigen unschuldig zu werden. Da wir also aus Liebe zu dem, den die genannten Brüder im Predigamt predigt5en und mit dem wahren Beispiel, arm der Armen, nachahmen, jenen Orden aus tiefsten Herzen lieben, nämlich Oschatz, vereinigt hat, damit Frömmigkeit der demütig und andächtig Bekennenden Verdienst und Gnade erwerbe und verursache, kraft uns von Gott gewährter Gewalt und indem die Verdienste der Heiligen unserer Schwäche beistehen, bestimmen wir für alle, die zu den Gotteshäusern der genannten Brüder am Tage des Heiligen Franziskus und Antonius einen Ablaß von vierzig Tagen für jedes einzelne Jahr, wenn es der gibt und durch unser Amt gnädig gewährt, der wahrlich ist der Erbarmen und barmherzig, preiswürdig und in seiner Majestät und in den Wundern seiner Heiligen ruhmvoll.

 

 


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