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nach Ihrer Entstehung und Bedeutung mit Angabe der Grundzüge der allgemeinen Namenkunde

Dieses „Heftchen“ von dem Kirchschullehrer Bruno Schubert aus Naundorf bei Oschatz, erschienen 1921 im Selbstverlag des Verfassers und wurde gedruckt bei Fedor Göthel, Oschatz. Der Inhalt wurde bereits am 31.01.1921 als Vortrag beim
Verein für Orts- und Volkskunde zu Oschatz gehalten.
Das Buch wurde zur Verfügung gestellt von Matthias Fiebiger, Stauchitz

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Vorwort
Aus besonderem Interesse für die Heimats- und Volkskunde habe ich mich in meinen Mußestunden zunächst mit den Familiennamen meines neuen Wirkungsortes beschäftigt. Die vielen anderslautenden Namen der hiesigen Schulkinder trieben mich förmlich dazu. Auf den Firmenschildern unserer Nachbarstädte Oschatz und Mügeln gab es dann auch eine Menge mir bisher fremder Geschlechtsnamen zu lesen. Besonders viele neue Eigennamen wurden ferner auf den Grabsteinen der Friedhöfe, die ich bei meinen Wanderungen in der Umgegend gern besuchte, in goldenen Lettern sichtbar. So erfuhr meine schon früher angelegte Sammelliste von Familiennamen eine bedeutende Bereicherung. Aus mehreren einschlägigen Werken (siehe Quellenverzeichnis am Schlusse des Aufsatzes !) suchte ich mir alsdann über die Bedeutung der Namen Klarheit zu verschaffen. Was ich gefunden, schrieb ich darauf als Vereinsvortrag nieder, der in erweiterter Form zu belehrender Unterhaltung fortsetzungsweise im Oschatzer Tageblatt abgedruckt wurde. Nun erscheinen meine Darbietungen im Zusammenhange in vorliegendem Heftchen. Ein ausführliches alphabetisches Namensverzeichnis erleichtert das Aufsuchen der erwähnten Personennamen. Da darf ich vielleicht hoffen, den Bewohnern unserer Pflege mit meiner Gabe eine Freude zu bereiten. „Wer interessiert sich wohl nicht für seinen Namen?“ Ich bin der Meinung, dass nicht bloß jeder Schüler höherer Lehranstalten, sondern auch jeder Volksschüler die Erklärung seines Eigennamens erfahren sollte. Dazu möchte ich mit meiner Arbeit den Amtsgenossen eine kleine Handreichung bieten. Es werden nicht sehr viele Namen aus unserer Gegend fehlen; manche der nicht angeführten lassen sich leicht in eine der erwähnten Gruppen einreichen und danach deuten.
Von einzelnen Familiennamen sind mehrere Auslegungen kundgegeben worden; dies von allen sogenannten „Konkurrenzen“ zu tun, würde zu weit führen. Möge bei den anderen Namen die eine Erklärung  genügen, die mir als die nächstliegende erschien. Wenn das Büchlein etwas dazu beiträgt, den Sinn für die Familie zu kräftigen, einen gewissen Stolz auf den ererbten Namen zu erzeugen und zugleich den festen Willen, ihn rein und unbefleckt den Nachkommen zu überlassen, so hat es seinen Zweck erfüllt.

Naundorf bei Oschatz, Ostern 1921
Der Verfasser

Herrn Oberlehrer Gustav Vödisch
– in Oschatz –
dem langjährigen, verdienstvollen 1. Vorsitzenden des Vereins für Orts- und Volkskunde zu Oschatz hochachtungsvoll gewidmet

vom Verfasser

 

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Es hat sich vielleicht mancher schon einmal die Fragen vorgelegt, wie seine Familie einst zu ihrem, Namen gekommen sein mag, was der Familienname bedeutet, Darum darf ich mich wohl der Hoffnung hingeben, dass meine Mitteilungen über die Entstehung und Bedeutung der Familiennamen von Naundorf, Leuben, Casabra und der ganzen Umgegend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Namen, um die es sich handelt, sind ja die unseren und die von Bekannten. Ist es doch natürlich, dass der Mensch besonders dem seine Teilnahme zuwendet, was sein Eigentum ist. Eigener als der Familiennamen, auch Geschlechts- oder Schreibname genannt, besitzt einer kaum irgendetwas. Wie jeder gerade für diesen Eigennamen besondere Vorliebe hat, zeigt eine Erfahrung, die auch Goethe an sich gemacht hat. Er erzählt: „Ich war nach Menschenweise in meinen Namen verliebt und schrieb ihn, wie junge und ungebildete Leute zu tun pflegen, überall an.“ Deshalb nimmt der Dichter es auch übel, als ihn Herder in Straßburg einmal schreibt: „ Der Du von den Göttern stammst, von Goten oder vom Kote.“ Goethe bemerkt dazu: „Es war nicht fein, dass er sich mit meinem Namen diesen Spaß erlaubte; denn der Eigenname eines Menschen ist nicht etwa wie ein Mantel, der bloß um ihn her hängt, sondern wie die Haut selbst ihm über und über angewachsen, an der man nicht schaben oder schinden darf, ohne ihn selbst zu verletzen.“ Es lässt sich auch niemand gern eine andere Schreibweise seines Namens gefallen. Wer sich zum Beispiel mit einem „ß“ schreibt, wie die Familie Thomaß und Hannß, der mag sicher kein „s“ leiden. Ebenso empfinden es gewiss die Angehörigen der Familien Wittich und Wittig jedes Mal peinlich, wenn auf Postaufschriften ch mit g verwechselt ist. und umgekehrt. Derartige Vernachlässigungen gelten in jedem Falle als Verstoß gegen die gute Sitte. In der Neigung, selbst altertümliche Schreibweisen der Namen beizubehalten, kommt ein löbliches Familiengefühl zum Ausdruck, das gern festhält an dem, was schon die Eltern, die Voreltern gehabt haben. Dies tritt noch besonders hervor bei der Weiterführung lächerlicher Namen oder solcher mit weniger schöner Bedeutung. Die meisten Eigennamen werden freilich gedankenlos und ohne Verständnis gebraucht. Es gibt wohl auch Leute, die ihren unschönen Namen gern ablegen möchten. Ihnen sei zugerufen, was Goethe im Faust sagt: „Name ist Schall und

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Rauch.“ Auch der herrlichste Name bekommt erst Glanz durch die Tüchtigkeit seines Trägers, und der hässlichste Name kann durch edle Persönlichkeit geadelt werden. Wenn wir die Leute selbst kennen und wissen, was sie geleistet haben, so schwindet alles Lächerliche und Garstige aus ihrem Namen. Die Erklärung eines Familiennamens mit schlechter Bedeutung soll und kann keinesfalls seinen Träger bloßstellen, weil ja kein Name mehr eine unmittelbare Beziehung zu dem hat, der ihn jetzt trägt. Sehr viele Geschlechtsnamen sind nämlich schon recht alt. Eine große Menge Personen tragen damit ein Stück Geschichte der Heimat und des Vaterlandes mit sich herum. Wenn wir die Entstehung und Bedeutung unserer Familiennamen verfolgen, so werden wir zurückgeführt in die Zeit, da die Deutschen zum ersten Male eine geschichtliche Rolle spielten. Vor uns enthüllt sich dann nach und nach ein Bild mittelalterlicher Kultur, und endlich breitet sich noch die Neuzeit vor uns aus.
Den meisten von uns gilt wohl jetzt als wahrscheinlich, dass jeder wenigstens zwei Namen besitzt, einen Geschlechtsnamen und einen Rufnamen. Das war früher aber nicht so. Man kannte bis zum 12. Jahrhundert nur einen Namen. Dieser genügte vollständig zur Bezeichnung der Person. Unsere Vorfahren lebten familienweise auf einzelnen Gehöften oder kleinen Ansiedlungen zusammen. Der Verkehr dehnte sich kaum weiter aus, als auf die Sippe, die Blutsverwandtschaft. Jedes Glied der Sippe bekam einen Namen, der sein ganzes Wesen oder eine besondere Eigentümlichkeit des Namensträgers kundgab. Es ist staunenerregend, welch eine Menge solcher Bezeichnungen unsere Altvorderen erfunden haben. Viele dieser Einzelnamen haben sich bis in die Gegenwart als Familiennamen fortgeerbt; manche sind außerdem noch als Vornamen gebräuchlich. Wer das Glück hat, einen solchen zu tragen, kann seine Ahnenreihe zurückführen auf die blondhaarigen, blauäugigen Germanenriesen. Ein kraftvolles, tapferes Geschlecht taucht da vor uns auf, dessen Kampfesmut und Stärke uns alte Schriftsteller mit rühmenden Worten beschrieben haben. Das heldenhafte, Kühne, Gewaltige, Hohe finden wir auch in der altdeutschen Namengebung ausgeprägt. v. Ernest hat seinen Namen von ernast, ernest, das ist der ernste, entschlossenen Kampf; Hildebrandt ist der Kampfstrahlende, Hippe, aus Hiltigperath, der Kampfglänzende, Weichhardt, Wickert, der Kampffeste, desgleichen Nitzsche, die Koseform von Neidhardt. Neid bezeichnete ehemals den feindseligen Eifer und Zorn des Kriegers. Erdmann oder Hartmann heißt ein kriegstapferer Held. Hilmer und Kummer, von Kundmar sind Kampfberühmte. Hermann, aus hariman entstanden, ist einfach Kämpfer. Werner, Wenz, Wenzel bedeutet Wehrheld. Eckhardt, Eckert ist ein Schwertführer, der mit der Schärfe des Schwertes, mit der Ecke drauf losgeht,

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Ehlert, von Egilhard, der Schwertfeste. Als ein Mann von wilder Tapferkeit zeigt sich auch der Wild. Günther, Günzel nennt einen im Heere kämpfenden. Wunder kommt her von Munaheri, d. i. dessen Wonne im Heere besteht, Weihrauch von Wigiroh, der im Kampfe den Schlachtruf ausstößt. Walther ist ein im Heere Waltender, ein Befehlshaber. An den höchsten Ordner der Kriege und Schlachten der Germanen, an den Gott Odin oder Wotan erinnern noch die Namen Wolf und Rudolf (ph), Rabe und Bertram. In einem Gedichte von Colshorn heißt es: „Es braust der Sturm, es rauscht das Meer, die Feldgebirge zittern; Gott Wotan reitet rasch einher in schwarzen Ungewittern; Gold ist sein Harnisch, weiß sein Ross, ein wuchtiger Speer sein Wurfgeschoss; zwei Raben sind ihm zur Seite, zwei Wölfe sein hungrig Geleite.“ (Die Raben hießen Hugin = Denken und Munin = Verstand). Da der Rabe und der Wolf dem höchsten Gotte geweihte Tiere waren, nannten die Fürsten, die Vornehmen zuerst ihre Kinder so, dann auch das Volk. Die Tiere selbst und auch die Namen galten als glückbringend. Bertram ist ein glänzender Rabe und Rudolf(ph) ein berühmter Wolf, Meinel, von Magiulf, Meinolf – ein starker Wolf. Gangloff, althochdeutsch (ahd.) Gangolf ist an Gang, an mächtigem, gewaltigem Schritt ein Wolf. Aus Raban, Koseform der Namen mit raban, „Rabe“ ist durch Zusammenziehung der Name Ramm entstanden. Bei Bär, Beer, Behr müssen wir an den alten König der Tiere denken, an das Fetischtier des Gottes Thor. Bernhard bedeutet der Bärenstarke, desgleichen Petzold. Birnstein ist sicherlich Bärenstein, der felsige Aufenthaltsort von Bären. Der Eber war dem Jagdgotte Fro heilig, zu dessen Gedächtnisse jedenfalls der Name Eberhard, kurz Ebert, d. i. der Eberstarke, gegeben wurde. Mit Oswald ist ein Götterschützling bezeichnet, über den die Asen, die Götter walten. Asmann und Aßmann sind Gottesmänner, Gottesdiener. An die Waffen unserer germanischen Vorfahren erinnern uns noch die Namen Beger, Garbe, Görner und Lindner. Beger kommt her von Baghari, d. i. der Bogenmacher, Garbe von Garbo, der Abkürzung von Garaman = der mit dem Speere zum Kampfe gerüstete. Görner ist vielleicht der Gerträger, der Gerwerfer oder der Gerverfertiger. Lindner bedeutet Schildmacher; denn die Schilde wurden aus Lindenholz gemacht. Es kann auch der alte Name Lindmar sein, der Schildberühmte. Kühn, kampflustig stürzten sich die Kämpfer aufeinander los. Das sagen uns auch die Namen Kühn, Kühne, Kühnel sowie Kühnert, von Chunihard, d. i. sehr kühn. Balke, vielleicht von der Koseform Baldo, ebenfalls der Kühne. Auch Hebold ist ein Kampfführer. Der Erfolg solcher Kampfesweise war der Sieg. Das Wort Sieg, den alten Germanen ein Wort von höchstem Glücke kommt noch vor in den Namen Seifert, Sickert, Siegert, Siegel, Seibt u.a. Seifert (ey), Seyffarth bedeutet

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dasselbe wie Siegfried, der durch Sieg Friedenschaft. Sickert, Siegert und Seibold bezeichnen einen Siegstarken oder einen starken Sieger. Sieber, aus Sigebert entstanden, heißt der Siegglänzende. Auch der Name Siegel, von Sigolenus, ist aus Sieg gebildet. Seibt, zusammengezogen aus Seyboth, Syboth - Sigebot, ist der Siegesbote.
Der griechische Name Nikolaus nennt wie jede seiner Ableitungen Nickel, Nicklitzsch, Jungnickel, Nicolai, Claus, Klaus, Lausch, Kloß, Klose, Loos und Lohse einen siegreichen Feldherrn, einen Volkssieger. Die alten Helden sahen es gern, wenn beim Kreisen der Metbecher ihr Ruhm erscholl. Unsere Vorfahren gaben nun schon den Kindern ruhmvolle Namen, die Würden und Ehren auf sie übertrugen; denn schöne Namen reizten ihrer Meinung nach zu schönen Taten, zur Erwerbung von Ruhm. Ludwig, Lutze soll ein Ruhmeskämpfer sein. v. Schardt, eine Verkürzung von altem Namen Skaribert, ist der Glänzende, der Berühmte in der Schar, der Heeresabteilung. Luther ist ein Ruhmesheld oder ein Volksheld, je nachdem man es mit Lothar oder Leodeher zusammenstellt. Völkner sowie Dittmar und Thieme bedeutet Volksberühmter, Reimer, von Regimar ist der durch Rat Berühmte. Klitzsch kann als Verkleinerungsform vom altdeutschen Namen Chlodio angesehen werden, der schlicht so viel wie der Berühmte bedeutet. Röpert, Röber, Rupprecht, Ruppert sind Ableitungen von Rodebert, der Ruhmesglänzende, Rodloff, Rotlauf, Rother, Röder Rötscher von Chrodhari, d. i. das Ruhmesheer, der Mann im berühmten Heer. Raubold kommt her von Rodbald, der Ruhmeskühne, und Rüger, Rüdiger von Rodgar = der Rumesger. Von Hrothi, „Schall, Ruhm“ sind noch abgeleitet Rothe, Rodig, Crodel, Gruhle u.a. Wenzel, aus slaw. Wenzeslaus ist der Ruhmgekrönte, Mischke, von Miecislaw, der Schwertberühmte. Ruhmvolle Namen sind auch Albert und Albrecht, der durch Adel Glänzende, Ulbricht, der Stammsitz-Glänzende, Lamprecht, Lampert und davon verstümmelt Lempe, der Landglänzende, Perthen, von perath, im allgemeinen glänzend, ferner Berthold, der glänzend Waltende, Arnold, Arndt, Nolte, der Adler-Walter, Leonhard(i), der Löwenstarke, Menzel, Mehnert, von Maginhard, der Kraftstarke, Härtwig (a,e), der harte Kämpfe besteht, der starke Heilbringer, Goethert wie Gotthard, der Gottstarke, Engelhardt, der Engelstarke, Reinhardt, Rentzsch, an Rat stark, Reinhold ahd. Raginold mit Rat waltend, Otto, Obrich, v. Oppel, Oppitz, Ockert, Oehme, Oehmichen (g), Besitzer eines großen Erbgutes, Ulrich, Uhlemann, Uhlig, der Besitzreiche, der Gutsherr, der Lehnsherr, Dietrich verkürzt in Dietze, Dietz, Thiel und Thiele, der Volksherr, der Volksfürst. Ähnliche Bedeutung hat auch Ritz, die Verkleinerungsform von Richard, der tüchtige Fürst, der fürstliche Walter. In dem Namen Popp, sowie in Buder, Bütting und Bittig steckt das altdeutsche Wort piotan, im Sinne von gebieten. Mogk und Möckel, vielleicht auch Meinel ist gebildet

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aus magan = mögen, d. i. Vermögen, also einer der etwas vermag, der etwas Tüchtiges kann.
Altgermanisch ist auch der Name Weidner; er nennt einen, der auf der Weide, auf Nahrung ausgeht. Das Wort weist uns hin auf den uralten Zustand, in dem die Jagdbeute den vornehmsten Teil der Speisen unserer Vorfahren ausmachte. Die Jagd war ja neben Krieg die Hauptbeschäftigung der alten Deutschen. Das einzige Handwerk, das die freien Männer für ehrenvoll ansahen, war die Schmiederei, die der Sage nach selbst Götter betrieben haben sollen. Das alte Schmiedehandwerk lieferte ja den alten Helden die Waffen für ihre Kämpfe. Ein altdeutscher Personenname ist darum auch Schmidt in seiner verschiedenen Schreibweise, immer in der Bedeutung „der Schmied“. Die einzelnen Stände der alten Germanen werden uns noch vorgestellt in den Namen Edler, Freier, Frei (ey) und Hörig.
In der Zeit der Völkerwanderung erinnern noch die Namen Höhne, Hönicke und Hunger (Hungar), die zu den Volksnamen der „Hunnen“ gehören. Dies wilde Volk zog im Jahre 375 n. Chr. aus seinen Steppenländern östlich der Wolga nach Westen und veranlasste dadurch das Ziehen und Treiben der Völker, das sich 200 Jahre lang durch ganz Europa erstreckte.
Aus der Zeit des 6. - 10. Jahrhunderts rühren viele slawische Personennamen her, die zuerst bei den Sorbenwenden gang und gäbe waren, die damals unsere Gegend bewohnten. Als diese Völkerschaften von den Deutschen wieder zurückgedrängt oder unterjocht wurden, übernahmen die neuen Herren eine große Anzahl wendischer Orts- und Personennamen. Als solche sind von hier und der Umgegend anzuführen: Apitz, Bogdanski, Hammitzsch, Hummitzsch, Lommatzsch, Mammitzsch, Mauke, Pietzsch, Pötzsch, Quietzsch, Saupe, Wenk, Zschäbitzsch u. a. Im allgemeinen sind alle Familiennamen auf itz, itsch, etsch usw. für slawisch zu halten. Bogdanski, von bogdan, das Geschenk Gottes, heißt das kleine Geschenk Gottes. Kretschmar ist der Schenkwirt. In der Lausitz und in Schlesien werden noch heute die Dorfschenken Kretscham genannt. Leibnitz bedeutet Lindenau oder Lindemann, Lipinski, der kleine Lindenbusch, Pietzsch ist der slawische Name für Petrus oder Peter, Pietzsch für Petz, der Bär, Quietzsch ist einer, der immer hin und her läuft. Wenk = Kranz. Saupe von Supan gebildet, ist der Vorsteher eines Gaues oder eines Gerichtsbezirkes. Ein solcher Gau hat in Sachsen noch lange nach der wendischen Zeit den Namen Sudpanie amtlich geführt. Pfarrer Seidel (1892-1911 in Naundorf) schreibt in der neuen sächsischen Kirchengalerie: „Der Ort Hohenwussen hat von Alters her einem Bezirke des Amtes Meißen, der alten Sudpanie Wussin den Namen gegeben. Die Hauptorte der Sudpanie waren allemal befestigt, daher der 12 bis 14 Ellen hohe Erdwall,

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der noch heute Kirche und Kirchdorf umgibt.“ Der Oberste in der Sudpanie hieß Supan oder später Saupe. Dia anderen wendischen Namen werden weiter unten erklärt.
Die einwandernden Deutschen brachten das Christentum mit in unsere Gegend. Im 11. und 12. Jahrhundert hatte sich bei ihnen die christliche Lehre immer mehr eingewurzelt, und die Macht der Geistlichen und der Heiligenkult war stetig gewachsen. Um ihren frommen Sinn zu beweisen, legten nun damals die Eltern ihren Kindern mit Vorliebe biblische Namen bei, zunächst als Rufnamen, aus denen sich dann die Geschlechtsnamen entwickelten, wie Adam, Jakob (davon Jäckel), Israel, Daniel, Gabriel, Michael,  und verschiedene andere. Der Name Michael. kurz Michel, war in Deutschland so beliebt weil er an das deutsche Wort michel, d. i. groß anklang. Besonderer Gunst erfreuten sich auch die Namen der Apostel und der Heiligen. Sie wurden allerdings im Laufe der Zeit vielfach verändert und entstellt. Aus Matthäus ist Matthes, Matz entstanden, Marx aus Markus, Laux aus Lukas, Hans, Hannß Junghans, Hänsel, Hannemann, Henne, Hentzschel, Jahn, Jänicke, Jänichen (e,g), Jentzsch aus Johannes. Vermutlich gehört auch der Name Gasch hierher, von slawisch Jas=Händel (?) Der Name der heiligen Mutter Maria wurde Knaben und Mädchen gegeben. An die heiligen drei Könige erinnern noch Kaspar und Baltzer. Von Andreas sind abgeleitet Andres, Andro, Enders, Drese, Dreisel, Dröse, Jungandreas, von Paulus, der Ruf- und Geschlechtsname Paul, von Bartholomäus die beiden Kürzungen Barthel und Möbius. Jüngernamen sind nach Thomas (ß), Simon, Petrus, kurz Peter, Stephan. Ambros hat seinen Namen von dem berühmten Kirchenlehrer Ambrosius († 397 als Bischof von Mailand), dem Hauptbegründer des Kirchenliedes in der abendländischen Kirche, Lorenz, Lenz von Laurentius, „der Lorbeerbekränzte“, Asmus und Raßmann von Erasmus. Nach Gallus, dem irischen Missionar, der das Christentum in die Schweiz brachte, ist Galle benannt. Von Christian(us), der Christliche, sind abgeleitet Christiani, Kirsten, Kirsch und Kasten. Behnisch (ä, ö), die slawische Koseform von Benedikt, Domschke, Dommel von Dominikus und Augustin erinnern an die Stifter oder Namensspender der bekannten Mönchsorden, Mönch oder Münch, sowie Kuttner an ihre Mitglieder. Kepler ist ein Kapuzinermönch oder auch ein Augustiner, Streicher umherziehender Bettelmönch. Unter Klostermann müssen wir uns jedenfalls einen Untertanen, einen zinspflichtigen Bauern des Klosters vorstellen. Die Namen Goethe, Goethel und wahrscheinlich auch Gedicke sind abgeleitet von Godo, der Kurzform von Gottfried. Mancher denkt gewiß bei dem letzten Namen an Gottfried von Bouillon, den heldenmütigen Führer des ersten Kreuzzuges 1096 bis 1099 den Erstürmer Jerusalems.
Wie schon oben erwähnt, trug

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bis Ende des elften Jahrhunderts jede Person nur einen Namen. Die Doppelnamen kamen erst zur Zeit der Hohenstaufen auf. Die deutsche Kultur tat damals einen gewaltigen Schritt vorwärts. Infolge der Römerzüge Kaiser Barbarossas und der Kreuzzüge entwickelte sich ein lebhafter Verkehr. Die Bevölkerung war sehr gewachsen, und viele zogen vom Lande in die Stadt. Wegen der Kriegsunternehmungen und der Besiedelung des deutschen Ostens fanden oft Besitzwechsel statt. Wenn nun aber in den Urkunden darüber öfter dieselben Manen vorkamen, so konnten leicht große Irrungen entstehen. Deshalb fing man an, sich und anderen gewisse Zunamen beizulegen und sie als Geschlechtsnamen bei den Nachkommen beizubehalten. Eine weitverbreitete Art der Unterscheidung war die Hinzuname des Vaternamens zu dem eigenen. In der Oschatzer Chronik sind aus dem Verzeichnisse der früheren Ratspersonen u. a. folgende Beispiele zu finden: Konrad Daniels 1330, Peter Werner 1370, Peter Rudolf 1389 Nikolaus Erdmann 1418, Hans Burkhardt 1455, Jakob Martin 1482, Den Brauch, sich nach dem Vater zu nennen, erkennt man an den vielen Namen noch an der Endsilbe sohn, son, sen oder an dem s, dem 2. Fall. Peterson, Petersen, Peters ist der Sohn eines Peter, Martens (ä) der Sohn eines Martin, Jürgens der Sohn eines Jürgen (Georg). Jedenfalls gehören hierzu noch die Namen Raffs, Bloens, Thams, und Garfs, Jakobs. Die Namen auf sen sind besonders häufig in Schleswig-Holstein, in manchen Kreisen bis zu 90 Prozent der Bevölkerung. Die Abstammung vom Vater wird auch angedeutet durch die Endungen el, ke, icke, ing, ung und andere. In unserer Gegend sind vertreten: Hänsel, Henschel (von Johannes), Merkel (von Markwart, der Grenzhüter), Heinke, Kuhnke, Lischke, Mischke, Rülke, Heinicke, Hönicke, Weineck, Wienicke, Kießig, Kießling, Hartung, Hornung, Badock. Badock, vom alten Worte Baducho abgeleitet, heißt der kleine Kämpfer, der Sohn eines Kämpfers. Kießling und Kießig enthalten wie Giese in der ersten Silbe eine Verkürzung von gisil = Geisel, Kriegsgefangener. Die ersten Namensträger waren entweder selbst Kriegsgefangene oder die nächsten Nachkommen von solchen. Die übrigen Namen erhalten an anderer Stelle noch eine besondere Erklärung. Von den Eigennamen, die durch den 2. Fall des Vaternamens gebildet wurden, mögen erwähnt sein: Andrä von Andreas, Danielis von Daniel, Egidy von Aegidius, Christiani von Christianus. Die ältesten Geschlechtsnamen befinden sich beim Hochadel, etwa seit 1050. Nach den begüterten Edelleuten nahmen dann die Beamten der Fürsten, Bischöfe und Städte Familiennamen an, ungefähr um 1100; dann folgten die Bürgerlichen, zuerst in süd- und westdeutschen Städten, in Köln 1106, später dann in Mittel- und Norddeutschland, in Hamburg 1250. Die Hörigen legten sich erst nach dieser Zeit Doppelnamen bei, in manchen Gegenden tat es das Landvolk

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erst im 16. Jahrhunderte. Die Friesen und die Juden mussten im 18. Jahrhunderte erst von den Behörden dazu gezwungen werden. Von den Adelsgeschlechtern auf unseren Rittergütern sei hier folgendes mitgeteilt: „Zuerst findet sich 1192 ein Ludwig von Planitz; er begab sich seiner Ansprüche auf die Kollatur zu Zwickau. Eine Adelheid von Plawenitz war 1348 Äbtissin des Klosters zu Frankenhausen. Aus dieser Familie gingen ferner hervor ein Meißner Bischof Rudolf von Planitz und einige andere berühmte Männer. |Einer des Stammes, Hans von Planitz, Amtshauptmann zu Grimma sowie Kaiserlicher Minister und Gesandter wurde nebst der ganzen Familie im Jahre 1522 vom Kaiser Karl V, mit dem Titel „Edler“ ausgezeichnet. (Vgl. v. Metzsch, die interessantesten alten Schlösser und Burgen Sachsens, S. 424 flg.) Das Geschlecht der Edlen von der Planitz nennt sich nach dem Rittergute Planitz bei Zwickau, seinem Stammgute. Das Rittergut Naundorf kam im Jahre 1800 durch Erbschaft in den Besitz dieser hochadeligen Familie. Vor ihr besaßen es die Familien Ernest, von Hohenthal, von Coseritz, von Schardt, von Truchseß. Dem Geschlechte der von Truchseß gehörte Naundorf neben Bornitz, Wellerswalde und Casabra von frühester Zeit an bis zu Ende des Dreißigjährigen Krieges. Truchseß ist einer im Volke sitzender und ihm vorsitzender Gefolgshauptmann, Anführer und Verpfleger der Gefolgschaft (truth); später eines der vier großen Hofämter: Kämmerer, Schenke, Truchseß, Marschalk. (Vgl. Schillers Gedicht: „Der Graf von Habsburg“, worin das Krönungsmahl König Rudolfs geschildert wird: „Die Speisen trug der Pfalzgraf des Rheins, es schenkte der Böhme des perlenden Weins“.) Der Amtsname ist einzelnen Familien als erbliche Bezeichnung verblieben, z.B. Truchseß von Waldburg, Schenk von Schweinsberg. Lange bevor die im Markgrafentum Meißen hochangesehene Familie von Truchseß das Rittergut Casabra mit Naundorf vereinigte, war es im Besitze der Ritter von Kotzebrade, bis zum 14. Jahrhunderte. Sie nannten sich nach ihrem Gute; denn Casabra hieß damals Kotzebrade, 1242 dagegen Schosebrode. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Verbindung mit Naundorf gelöst; das Rittergut Casabra ging in bürgerlichen Besitz über.
Dafür kaufte Karl Ferdinand Leopold Sigismund Edler von der Planitz 1828 Rittergut Stennschütz dazu. Es gehörte einer Familie von Mordeisen, die ausgestorben ist. Auf Schloss Leuben hat zureit Herr Kammerherr von Pflug seinen Sitz. Der ober erwähnte Hans Edler von der Planitz war am Sonntag Laurentii 1533 in Altenburg Zeuge bei der Belehnung des Nikol Pflug mit Rötha, Espenhain und den Erbgerichten in Hain. Ein alter Historiker, Dresser, sagt: „Roete, oppidum non procul ab urbe Lipsia ad Plisam cum arce, ubi sedem habuere Pflugii nobiles.“ – Lehnbriefe der Herren von Pflugk,

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welche noch im Lehnhofe zu Dresden (Neustädter Amtsgericht) sich finden, geben Aufschluss über die weite Verbreitung des Pflugschen Geschlechts in damaliger Zeit, „1513 Dienstag nach Trinitatis werden in Leipzig mit Rötha und Görschwitz belehnt: Wolf Pflug und seine Brüder Hans und Tham, Hans Pflug zu Scheuern, Caesar, Ritter, und Andresen Pflug zu Knauthain, Nicol zu Zobelitz, Hans Pflug zu Frauenhain, Tham Pflug zu Lamperswalde, Sebastian und Alexander Pflug zu Strehlen.“ Schon 1290 sollen Pfluge als Burgvögte zu Strehla geherrscht haben. Im Adressbuch der Stadt und Amtshauptmannschaft Oschatz vom Jahre 1895 ist bei Strehla mancherlei über kriegerische und vaterländische Leistungen einzelner Glieder des Pflugschen Geschlechts zu lesen. Die edlen Pfluge führen den Namen nach ihrem alten Wappenzeichen, dem Pfluge. „Vom Pflug weg sollen die Abgesandten der Königin Libussa von Böhmen den Ahnherrn des Hauses Primislaus geholt haben, von dem ein Traum oder Gesicht der Herrin verraten hatte, dass nur an seiner Seite ihr Glück erblühen könne. – Brummend nur fügte sich der Brave; ehe er aber ins königliche Gewand fuhr, hielt er noch einmal an Ort und Stelle sein Frühmahl „über den Daumen“, wie er es gehalten hatte alle die Jahre daher. Die Hofherren wurden eingeladen, mitzutun. Brot gab es und  Quark, und der Tisch war die blitzblanke Pflugschar am umgestürzten Ackergerät – da haben wir die Eisen, die im Wappen des Geschlechts blinken bis an den heutigen Tag“. (Vgl. Gerhard Platz, Vom Wandern und Weilen im Heimatland. S. 69/70.) Mancher hat sich vielleicht schon das „von“ vor dem Geschlechtsnamen vermisst. Das Wörtchen war früher zur Kennzeichnung des Adels gar nicht nötig. Es gibt auch heute noch einige besonders alte Adelsfamilien, die es regelmäßig fortzulassen pflegen. Zudem ist zu bemerken, dass im 13., 14. und 15. Jahrhunderte, als in Deutschland die Familiennamen im weiteren Umfange sich ausbildeten, jenes „von“ den Adel gar nicht unterschied. Der Ritter nannte sich nach seiner Burg, der Bauer nach dem Dorfe, das ebenso hieß. Die alten Oschatzer Ratsherren Thomas von Schmorkau, 1266-1297, Walter von Kasabra, 1290-1310, Heinrich von Kreischau, 1290-1316, Woiz von Terpitz, 1297 Amtsvogt, Heinrich von Mügeln 1317, Seyfried von Calbitz waren sicherlich lauter Bürgerliche. Das „von“ bezeichnete nur den Ort, aus dem sie nach Oschatz zugezogen waren. Später wurde „von“ der Bequemlichkeit halber bei den Stadt- und Landleuten einfach weggelassen, während die adligen Gutsherren es beibehielten. Als Ratsherren unserer Bezirksstadt treten dann auf: Nicol Cavertitz, 1357-1377, Nicol Mogelin oder Mügeln, 1359-1380, Titzmann Walkewitz, 1360, Heinrich Ganzig, 1367, Hans Striesa, 1385.
Für die Gepflogenheit, die Zuzügler in dem neuen Wohnorte nach ihrer Herkunft zu bezeichnen, können auch heute noch

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viele Beispiele angegeben werden. Der erste Namensträger Bäßler, Pasler (ä) kam aus Basel in der Schweiz, Krems aus dem Orte an der Donau (Niederösterreich), aus dem das Kremser Weiß, das Bleiweiß kommt, Hamm aus der Stadt dieses Namens in Westfalen, Lützenkirchen aus jener Gemeinde in Rheinpreußen, Gießner aus der Universitätsstadt Gießen in Hessen, Klepzig aus dem gleichnamigen Dorfe in Anhalt, Schiefelbein aus diesem Städtchen in dem früher zur Neumark gehörenden Teile Pommerns, Bremisch von Bremen, Wartenberg aus einem Orte desselben Namens in Schlesien oder in Bayern, woher auch der Nürnberger und der Sulzberger stammen, Poitz (B) jedenfalls aus Poitze (B) in Hannover, Orlamünde aus diesem altenburgischen Städtchen, Meuche aus dem Dorfe Meuchen, wo nach der Schlacht bei Lützen am 6. Nov. 1632 die Leiche Gustav Adolfs aufgebahrt war, Mühlberg aus dem bekannten Grenzort an der Elbe. Nachsächsischen Orten sind folgende Einwohner unseres Landstriches benannt: v. Leipziger, Chemnitz, Freiberg, Lommatzsch, Meißner, Meixner, Strehle, Streller, Colditz, Schellenberg (ehemaliger Stadtname von Augustusburg), Auerbach, Altendorf, Auligk, Beuche (a), Birkicht (g), Breitenborn, Brockwitz, Deubner, Dögnitz, Dölitzsch, Dreißig, Eulitz, Frauendorf, Gleisberg, Görnitz, Heunitz, Hermsdorf, Hirschfeld, Klessig, Klingenberg(er), Klix, Limbach, Mauersberger, Mühlbach, Merzdof, Mühlau, Peritz, Pönitz, Poitz (von Poititz?), Polenz, Quoosdorf, Rabenstein, Rehefeld, Rostig Sahlbach (aa), Schleinitz, Schönberg, Schönfeld, Schwarzbach, Sohre (a), Thierbach, Ziegra, Zschorn(a), Zschetzsche. Die Lage der erwähnten Ortschaften ist aus dem alphabetischen Ortsverzeichnis von Sachsen leicht festzustellen. Die slawischen Namen finden ihre Erklärung in dem Werke Dr. Heys „Die slawischen Siedlungen im Königreich Sachsen“. Von den Dörfern aus der Oschatzer Pflege rühren her die Personennamen Bennewitz, Böhle, Däberitz (w), Gaudlitz, Gaunitz, Görlitz, Hahnefeld, Kötitz, Kottewitz, Mannewitz, Panitz, Terpitz, Wadewitz u. a. Auch wüste Marken aus der Umgegend werden noch durch Familiennamen in Erinnerung gebracht, wie Beyersdorf (westlich von Lampersdorf gelegen), Emmerich (Irrenberg) bei Luppa, Gaumnitz (zwischen Casabra und den Jahnaischen Dreidörfern), Grumbach (im Hubertusburger Revier), Wolfersdorf bei Dahlen. Die Orte wurden 1429 von den Hussiten gänzlich zerstört oder im Dreißigjährigen Kriege dem Erdboden gleich gemacht. So sind durch frühere Kriege viele deutsche Ortschaften weggefegt worden, die jetzt auf keiner Landkarte und in keinem geografischen Lehrbuche mehr aufzufinden sind. Aber in Geschlechtsnamen leben sie noch fort. Vermutlich gehören auch hierher die Namen Börtitz, Hummitzsch, Knötzsch, Mammitzsch, Nicklitzsch, Plänitz, Wackwitz, Zschachlitz, Zschäbitz. Mit dem Familiennamen Oschatz ist mir ein Ingenieur bekannt geworden, der 1891 als Fachlehrer an der gewerblichen Fortbildungsschule

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zu Crimmitschau wirkte. Jedenfalls trage hier und da im Lande noch mehrerer Geschlechter diesen Namen. Unser Naundorf hat gewiss den Oschatzer und Dahlener Familien Naundorf ihren Namen gegeben. Die anderen dreizehn Naundorf in Sachsen kommen hierbei kaum in Frage. In Stollberg im Erzgebirge heißt eine Familie Leubner. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Wiege ihres Ahnherren in unserem Döllnitzdörfchen Lauben gestanden hat. So hat fast jeder Ort irgendeinem Geschlechte seinen Namen beschert. Man ist erstaunt über die vielen Ortsnamen als Familiennamen, wenn man ein Ortslexikon aufschlägt. Da können auch viele Bewohner unseres Bezirks noch ihren Namen finden, falls er eine der bei den Ortsnamen vorhandenen Endungen aufweist. Der Eigenname Altenburger kann einen Mann aus der Stadt oder auch aus dem Lande Sachsen-Altenburg bezeichnen, gleicherweise Meining. Viele Familiennamen sind auch hergenommen von der Landschaft, aus der einer gekommen ist. Aus deutschen Gauen sind in unsere Gegend eingewandert die Bayer (ey, ai, ei), die Bayrisch (oi), die Schwabe, die Franke, die Fränkel (e), die Hesse, die Hessel, die Märker (aus der Mark), die Döring, die Thürigen (aus Thüringen), die Voigtländer, der Vödisch, früher Voitisch geschrieben, d. i. der Vögtische, ein Mann aus dem Vogtlande, die Schleußing (aus Schlesien), die Preuß und die Preußer, die Friese und die Sachse, Sasse oder Saß. „Die Träger des Namens Sachse sind Nachkommen von Einwanderern aus dem alten Sachsen, der heutigen Provinz Hannover.“ Von den früheren Bewohnern unserer Pflege (siehe oben!) führen die Wendt, die Wende, die Wendler, die Windisch und die Wünsche Ihren Namen. Sogar ein ytilwyndisch kommt 1400 vor, d.h. Eitelwendisch, noch heute als Wünschüttel vertreten. Der Wendenname galt als Schimpfwort. Merkwürdigerweise ist er gerade in deutschen Familien häufig. Aus fremden Ländern zogen in unsere Gegend die Vorfahren der Unger oder Hunger (Hungar), der Czech, der Böhm und Böhme, der Oestreich, der Flemming (der Flame), der Wahl (=Welscher, Italiener), der Pohle, der Dähne und der Englisch. Die ersten Römer (unsere Gutsherrin Frau Katharina Edle von der Planitz ist eine geborene von Römer) und die Türke hierzulande waren jedenfalls Teilnehmer eines Römerzuges der Hohenstaufen oder eines Türkenkrieges. Den Namen Trebuß, der in Strehla und Umgegend mehrfach vorkommt, führt Professor Leo Meyer als Dorpater Familiennamen mit an. Wie mir ein naher Verwandter dieses Geschlechts berichtete, ist sein Ahnherr während der Napoleonschen Kriege vor reichlich 100 Jahren als russischer Soldat nach unserm Nordsachsen gekommen und dageblieben. Aus dem Osten kam auch der Ost, der Ostermann, aus Süden der Sudermann, Sündermann oder kurz der Sünder, aus Westen der Westermann (Westeritzscher?) und von Norden der Normann (Nordmann)

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Ostermeier hieß der Besitzer eines Gehöftes, das im Osten der Dorfschaft lag, Sünderhof, daraus entstellt Sünderhauf, der Eigentümer eines im Süden gelegenen Gutes. Außer den Bezeichnungen von der Landschaft und den früheren Wohnorten erhielten verschiendene Gemeindegenossen auch Namen von ihren auffallenden Wohnstätten. Nach seiner Niederlassung am Ende des Ortes wurde der älteste Am Ende, den Ende benannt, nach seinem Grundstücke an der Straße, der Gasse, dem Wege oder dem Steige der Straßer, Stradtmann (ß), der Geßner (ä), der Wegner und der Steiger. An der Ecke ist der Eckner, der Eckelmann wohnhaft, an dem Felsblock, der dort steht, der Eckstein. Obenaus ist ein Mann, der oben hinaus wohnt, wo auch der Bergan, der Berger, der Bergmann, der Hübel, der Hügel seinen Wohnsitz hat. Unter dem Einöder verstehen wir den Besitzer eines Einödhofes, eines der sogenannten einzeln liegenden Höfe in Bayern. Kampmeier nennt den Inhaber eines umzäunten Feldes, Eichelkamp den eines solchen mit Eichen; Feldmann dagegen ist ein im freien Felde Wohnender, desgleichen Wangemann, Wengler (wang = altdeutsch „Feld, Aue“). An der Klinge, d. i. der schnellfließende, rauschende Gebirgsbach, steht das Kaus des Klingner, die Mühle des Klingmüller. An dem Bache, wo die Tiere (die Hirsche) zur Tränke kommen, ist der Thierbach angesiedelt. Kohlbach sagt wahrscheinlich dasselbe wie Kaulbach, der seine Behausung an einem Bache hat, in dem besonders viele Kaulfische, Kaulköpfe (Cottus gobio) vorkommen. So kann auch Eschebach, wie der Aschenbach an einem Flusse mit Äschen (Salmo thymallus) wohnhaft sein, wenn bei den Namen nicht etwa an das von Eschen (Fraxinus excelior) umsäumte Ufer zu denken ist. An einem kleinen fließenden Gewässer überhaupt hausen der Bach, der Bachmann, der Beck und der Beckmann. Das niederdeutsche Wort Beck bedeutet Bach. (Bach hieß der letzte Windmüller von Naundorf. Die Windmühle bei Haus Nr. 60 wurde 1874 durch einen heftigen Sturm umgestürzt.) Die Steeger, oder Stegmann, die Brückner und die Herfurth sind bei dem Stege an der Brücke oder am Furt des Heeres Wohnende. Am Flussrande wohnt ferner der Ufer, sowie der Fehrmann (ä), der die Wanderer und die Fuhrwerke übersetzt. Ehemalige Anwohner von Flüssen geben auch die Familiennamen Weser, oder, Elbe, Polenz, Röder, Döllnitz und Dölze an. Neben dem Dorfbrunnen oder an einem anderen Born steht das Haus des Brunner, Börner, Born, Bornmann oder kurz Bormann (rr), vielleicht auch das des Wellmann (=Quellmann). Der Waldschulmeister in Roseggers gleichnamigen Werk nennt den Besitzer einer Hütte an einem Brunnen  „Hans Brunnhütter“. Ein Rittergutsschweizer unseres Bezirks führt den Namen Zumbrunnen. Teichmann, Teicher (-t), Damm, Tamm bedeutet sonoch: der Mann am Teiche, am Damme wohnend. Nach einem Erdloche

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sind der Locher und de Lochmann bekannt. Von dem Wohnsitze in der Ebene, in Thale, in der Aue, in Wiesentale haben die Ebner, die Thalemann, die Auer und die Wiesenthal ihren Namen. An einer Wiese liegt auch das Gehöft des Wiesners, des Wiesemann. Der Wiesmeister bebaut in der Hauptsache Wiesengrundstücke. Die hiesigen Auenwiesen an der Döllnitz heißen Lauken. Davon kann der Name Lauckner herrühren. Die Marschner sind ehemalige Marschbewohner. Gest und Heide stammen aus diesen wenig fruchtbaren Gegenden. Brink und Brinkmann bewirtschaften hochliegende Graspläne. (an der Strecke Hannover-Utrecht kommen zahlreiche Ortsnamen auf - brink vor). Der Bewohner eines mit Haselgebüsch bewachsenen Brinks heißt Haselbrink, von niederdeutsch Hassel (corylus). Aurich (g) ist der Herr der Aue, der Auenbesitzer; Am Walde, der an die Aue stößt, wohnt der Auerswald, an einer vorspringenden Waldecke der Weißhorn (Weiß = wid, Wald, Horn = Spitze, Vorsprung), vor dem Holze der Vorholz, im grünen Walde der Grunewald oder Groonewold. Waldleute sind auch die Witt, Wittich und Wittig, die Wedigen, die Weide, die Wiedemann (von ahd. widu, witu, mhd. wite „Wald“) ferner die Lohmann (loh = Gehölz), die Lässig (e) und Lessing (= slaw. Name für Waldmann). Hierher zu rechnen sind auch die von dem Busche, Busch (P), Buschmann, Büschel (P), Dörner, Zeiler, von Zeil = Dornbusch, Brühl, gleichbedeutend mit Bruchholz (Gehölz im Sumpflande), Holzhäuser, Tannhäuser, Tanner, Fichtner, Birkner, Birkicht, Buchwald, Büchner, Zurbuchen, Eichler, Erler, Lindner, Pappelbaum, die Namen für Leute, die an einem oder an einer Gruppe der genannten Bäume wohnen. (Z.B. in der Pappelschänke bei Wermsdorf.) Auf felsiger Höhe, von wilden Birnbäumen oder von Kiefern bewachsen, hausen der Birnstein und der Keferstein. Endlich sind hier noch die Familiennamen zu erwähnen, die von Hag oder der Erweiterung Hagan abgeleitet worden sind, wie Haak, Haacke, Hager, Hagemann, Häcker, Häckrich, Heine (ey), Heinemann, Heinke, Heinicke, Henning, Heinrich, Heinz, Heintze, Hempel, Hinkelmann, Hientzsch, Bonhage und andere. Hag bedeutet in ältester Zeit Wald oder Busch, dann einen schützenden Busch, eine Einhegung und zuletzt den eingehegten Raum selbst, das altdeutsche Einzelgehöft mit einer Hecke oder einem Pfahlzaun ringsum oder überhaupt einen umfriedeten Ort, eine Stadt. Von den Wohnstätten in der Stadt bildeten unsere Vorfahren auch häufig Eigennamen. Fast alle Häuser hatten dort Namen, sie ersetzten die Hausnummern, die man in früheren Zeiten nicht kannte. Da damals nur wenige der Lesekunst mächtig waren, wurde an den Wohngebäuden vor allem das Bild angebracht, das den Namen veranschaulichte. Sehr gern wählte man zu solchen Wappenbildern Tiere, wie wir jetzt noch an manchen Gasthöfen und Apotheken sehen können. Diese Hausnamen gingen dann oft auf die Besitzer oder die

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Bewohner der einzelnen Grundstücke über. Dem erwähnten alten Brauche verdanken wir in unserer Gegend jedenfalls folgende Familiennamen ihre Entstehung: Hirsch, Herschel, und Hirzel (kleiner Hirsch), Löwe, Bär, Wolf (vgl. Naundorfer Gasthof „Zum grauen Wolf“), Bock, Einbock, Zierbock, Lamm, Lemcke (=Lämmchen), Dachsel, Eichhorn, Adler, Pfau, Schwan, Specht, Uhle (=Eule), Hahn, Taube, Wachtel, Hecht, Hering, Dörschel (das ist ein kleiner Dorsch), Krebs u. s. w., ferner Blume, Blumenschein (nach einem hübschen leuchtenden Blumenstrauß als Wirtshausschild), Rose, Kranz, Rosenkranz, Traube, Linde, Eiche u.f.f. schließlich auch Mohr und Engel. Der Engel oder der Engelmann braucht aber nicht immer der Inhaber eines Grundstücks „Zum Engel“ gewesen sein. Der Name kann auch jemand bezeichnen, der wie ein Engel ist.
Die von der Herkunft und der Wohnstätte hergenommenen Bezeichnungen bilden die erste Gruppe der mittelalterlichen Familiennamen. In eine zweite Gruppe lassen sich die Bezeichnungen nach dem Berufe, in der dritten Gruppe die Bezeichnungen nach zufälligen Eigenschaften zusammenfassen. Aus der  Fülle der Familiennamen, die von der Beschäftigung, dem Gewerbe, dem Stand u.s.w. entnommen sind, kommt hier herum nur ein Bruchteil vor. Er genügt aber, das Erwerbsleben unserer Altvorderen deutlich zu veranschaulichen. Wir erhalten einen genauen Einblick in das vielartige Handwerk, in das ganze Wirtschaftsleben des Mittelalters. Treten wir im Geiste in eine mittelalterliche Stadt, so können wir bald Bekanntschaften machen. „Am Schlagbaum lehnt just der Zöllner hervor“, der den Zoll erhebt. eine Abgabe von den in die Stadt eingeführten Lebensmitteln, und der zugleich das Chaussee- und Brückengeld einnimmt. Drinnen in den engen Gassen wohnen die Zünfte oder Innungen, die einzelnen Gewerbe, beisammen. Dem Tore am nächsten, wenn nicht im Torhaus selbst, befindet sich die Wohnung des Thormann (Johann Thormann, 1320 Ratsherr in Oschatz) oder der Amthor, der an manchen Orten auch die Einnahme der oben genannten Abgaben besorgt. In der Badergasse besuchen wir zuerst den Badstübner oder Bader, den Besitzer einer mittelalterlichen Badstube. Er schneidert vor dem Bade auf Wunsch Haar und Bart, ist also zugleich Barbier. Erfrischt und verschönt verlässt der Wanderer sin Haus, um weiter durch die Stadt zu bummeln, zu sehen und zu hören, was da gemacht wird. Da hämmert hier ein Schmidt - es kann ein Hufschmied, ein Scharschmied, ein Pfannenschmied, ein Messerschmidt, ein Kleinschmidt (Schlosser) sein; dort klopft ein Schuster, abends hinter der großen Leuchtkugel sitzend, das Leder für die Sohlen. Der Handwerksname ist aus Schuhsuter, d. i. Schuhnäher, zusammengezogen. Als Schuhmacher sind noch tätig die Schumann, die Schuchard, die Schuricht, die Schubarth und die Schubert, das sind Schuhwirker (aus mhd. schuochwürthe). Ihre

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Gesellen heißen in manchen Gegenden Schuhknechte. Die Schneider, in Niederdeutschland Schröter, Schröder, Schröer, Schrader oder auch kurz Schrodt genannt, schneiden in der früheren Zeit nur den Stoff ab für die Kleider. Ihr Gewerbe ist hauptsächlich der Tuchhandel. Die Näther, die mit überschlagenen Beinen auf ihrer Hölle sitzen, nähen die von ihnen zugeschnittenen Stücke zusammen. Da die alten Griechen und Römer nur mit einer Art Umschlagetücher ihren Körper umhüllten, waren die Kleidermacher die Schneider. Diesen Namen übernahmen die modernen Völker dann auch für das heutige Bekleidungsgewerbe, obwohl es sich besonders mit Zuschneiden und Nähen befasst. Die Nestel (Bandschleifen, Knüpfschnuren, Gürtel) für die Kleider fertigt der Nestler, die Ösen der Oeser. Aus den Häusern der Webergasse ertönt das sonderbare Geklapper der Webstühle. Die Weber sind entweder Leineweber oder Wollenweber, Wollner. Von dem Ferber (ä) erhalten die fertigen Gewebe dann das schöne Aussehen.
In ihrer Werkstatt treffen wir die Wagner, auch Wehner genannt, die Rädler, die Rademacher, die gegenwärtig Stellmacher heißen, ferner die Böttcher (g), deren Name von botege, einem großen Holzfass (Bottich) herkommt, die Büttner (ö, i) und Scheffler. die in Süddeutschland dieselben Gefäße anfertigen wie bei uns die Böttcher, die Drechsler (Dreher, Dreyer) oder Triller (mhd. drillen = drehen), die Tischer, Schreiner und Schnitzler, die Töpfer, die Täschner und die Kürschner (i). Fechler (n), von mhd. vech = bunter Pelz,  ist ein Verfertiger oder Händler bunten Pelzwerks. Goldenes und silbernes Geschmeide zur Schmückung des menschlichen Körpers wird in der Künstlerwerkstätte des Goldschmidt gefertigt. In einem Nachbarhaus stellt der Becker, kurz Beck, auf lateinisch Pistorius, seine Backwaren her. Weiterhin steht das Haus des Mühle, Mühlig oder Mühler, der nicht selbst mahlt, sondern dem Müller, niederdeutsch Möller, griechisch Mylius, die Herstellung des Mehles überlässt. Ihm hilft der Metzner, der Mahlknecht, der das Metzen besorgt. Ein Müller ist auch der Körner (mhd. kürn = Mühle), wenn wir nicht einen Kornhändler vor uns haben. Getreide zermahlen auch der Grützner, der Grützmacher, sowie der Grieser (l) oder Grießmann. Essgeräte verfertigen die Schüßler oder Schettler (ö), der Löffler und der Gäbler. In der gedachten Seit sind meist hölzerne Schüsseln im Gebrauch. Die Kannegießer oder Kandler gießen neben den zinnernen Tellern besonders die schönen Kannen und Zinnkrüge. In der Brauhausgasse können wir beobachten, wie der Mälzer (e, tz), der Brauer oder Breuer das berühmte Stadtbier herstellt. Am Flusse liegen die angesehenen Fischer ihrer Beschäftigung ob. Ihre Stielnetze zum Fischfang, die Hamen, haben sie vom Hammacher bezogen. In der Nähe des Wassers üben auch die Gerber die verschiedenen Tätigkeiten aus, die Felle gar zu machen. In den Fleisch-

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bänken auf dem Markte bietet neben dem Fleischer oder dem Metzger, (Metzler auch der Geißler (s), der nur Ziegen und anderes kleines Vieh schlachtet, seine Waren zum Verkaufe aus. Beim Winkler, d. i., ein Händler, der einen Winkel, eine Krambude besitzt, erhalten wir allerhand nützliche Sachen, besonders Pfennigwaren, desgleichen beim Kramer oder Krämer. Der Trödler ist als Ein- oder Verkäufer alter Sachen bekannt. Der Kaufmann, slawisch Kaupisch, Kopisch oder Kopsch (b), treibt meist Großhandel. Gar stattlich nehmen sich einzelne Kaufhäuser am Markte aus. Die Bauwerke in den Seitengassen sind fast ärmlich zu nennen. Die meisten Wohnhäuser waren aus Holz erbaut. Zimmermann und Bretschneider hatten reichlich zu tun. Der Gläser (a) setzt in Zinnfassungen die kleinen Butzenscheiben ein. Auf einigen neuen Gebäuden sind Dachdecker, kurz Decker, Deckert oder Dechert damit beschäftigt, sie mit Stroh oder Schindeln einzudecken, die die Schindler, die Schindelmacher lieferten. Der Schieferdecker hat nur auf den Häusern der Vornehmen, der Reichen zu tun, sowie auf dem und jenem städtischen Bauwerk. In dem ansehnlichen Rathause sorgt der Bürgermeister oder Burgemeister, sowie der Rathmann, sein Ratgeber, mit den übrigen Ratsherren für das Wohl der Stadt. Eine größere Rolle spielt dabei auch der Stadtschreiber, kurz der Schreiber oder Schriewer. Er ist Notar, Rechnungsführer, Kanzler. In der Oschatzer Chronik wird 1317 ein Albertus Scriptor, d. i. Schreiber, genannt. Der Stöcker (o), der Sulzer ist ein Gefangenenwärter, der die Gefangenen in den Stock setzt, der sie mit Sulze speist. An den schweren Verbrechen vollzieht der Henker das Todesurteil, oft mit dem Strick, den die städtischen Seiler drehten. Hoch über all dem geschäftigen Treiben der Stadtbewohner hält der Türmer die Wacht; er schaut aus, ob sich Feinde der Stadt nähern oder ob in stiller Nacht irgendwo Feuerschein sichtbar wird.
Beim Verlassen der Stadt begegnen wir manchem Fuhrmann mit seinem schweren Frachtwagen. Zum Schutze gegen Raubritter und Gesindel geben ihm Bewaffnete, der Gleitner, der Gleitsmann, das Geleite. Draußen auf den Dörfern treten uns zuerst die Vorsteher der Gemeinden und der herrschaftlichen Güter entgegen, die Richter oder Schulze, wendisch Scholz (t, -e), d. i. Schultheiß, der die Schulden, die Steuern anheißt, und die Vogt, die Voit. Aus der Vermengung dieser beiden Namen entstand die sinnlose Schreibweise Voigt. Schlezel und Voitel ist die Verkleinerungsform von Schulze und Voit, Prätorius die Übersetzung ins Lateinische. Weil jeder Ort seinen Schulze hatte, darum ist gerade dieser Name heute noch so zahlreich vertreten. (Im Berliner Adressbuch von 1905 waren 9.200 Schulz verzeichnet, dazu 6300 Müller und 6100 Schmidt.) Die alten Schultheißen waren mit Plötzen = Jagdmessern, wörtlich Opfermesser ausgerüstet. Nach dem Wahrzeichen Ihrer Würde

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erhielten vielleicht manche Gemeindevorsteher den Namen Plötze. In jedem Dorfe treffen wir öfter den Bauer, Baur oder Buhre, einen Gebauer, d. h.  Mitwohner, Nachbar, einen Baumann, von mhd. Bumann, der Ackerbauer. Auf dem Felde ist der Sämann tätig. Der Exner, d. i. der Oechsner der Ochsenbauer bestellt sein Land mit Rindern, der Hüfner, Hübner, Huber, der Besitzer einer Hube oder Hufe (30-60 Morgen) dagegen meist mit Pferden. Wer nur einen Morgen (2553 qm) besitzt, hat den Namen Morgner erhalten; der Eigentümer eines Scheffels (2765 qm) heißt Scheffler, der eines Ackers (5530 qm) Ackermann. Der Hallbauer hat bloß einen halben Hof im Besitz, der Mitmeier oft einen noch kleineren Teil. Ein Mann ohne Acker ist ein Anacker. „Der Käthner lehnt zur Tür hinaus“ (Th. Storm). Zu seinem geringen Bauernhaus, der Kothe, gehört ja kein Feld, nur ein Garten. Der Besitzer eines solchen Grundstücks heißt auch Kadner, Kademann, Kaden. Ein Koth- oder Hintersasse ist ferner der Häusler, der Buder (ü), sowie der Söldner (e), der Bewohner einer Selde. Dann gehören noch hierher die Gärtner, die Gartennahrungsbesitzer, die Oertel, die Inhaber kleiner Wirtschaften. Einer, der wenig Land sein Eigen nennt, heißt außerdem Lenk, verkürzt aus Lendeke, kleines Land. Um frischen Ackerboden zu gewinnen, rodet ein Reuter ein Stück Wald aus. Der so unverdrossen arbeitende ist sicher ein Naumann, Neumann oder Niemann, slawisch Nowack oder Noak, Noffke, ein neu zugezogener, ein Neubauer, Neugebauer. Auf seinem neuen Hofe sitzt der Neuhof, der Neunhöfer; an den Eigentümer von neun Höfen ist bei dem letzten Namen gewiss nicht zu denken. Der Baumgarten arbeitet in seinem großen Anwesen mit den vielen Bäumen, der Baumgärtel in seinem kleinen Besitztum. Wenn jemand besonders das Pfropfen oder Pelzen der Bäume besorgt, erhält er mitunter den Namen Pelzer oder Lademann, von Lode, Mehrzahl Loden, das sind junge Schösslinge. Da und dort ist auch eine Höppner (pf), ein Hopfengärtner, oder ein Rebner, ein Weinert (Weinbauer) in seinem Grundstück beschäftigt. Der Zeidler treibt Bienenzucht, er ist ein Imker. Auf dem Hofe des Rittergutes stellt der Meier (ey, ay) die Arbeitsleute an, er ist der Verwalter des herrschaftlichen Landbesitzes. Später heißt der Pächter so. Auch die Besitzer von Gütern, die Landwirrte überhaupt werden dann Meier genannt. Deshalb kommt auch der Name so überaus häufig vor; es gibt davon über 1000 Zusammensetzungen. Der Hameister (Homeister) tritt uns als Hofmeister eines großen Gutes entgegen. Auf dem Viehwege, nach dem die Anwohner Vieweg (-er) oder schlesisch Fiebig (-er) heißen, treibt der Schäfer seine frischgeschorenen Schafe aus. Das Abscheren, die Schur, besorgte der Schurig. Die gewonnene Wolle gibt dem Streicher, dem Wollstreicher Beschäftigung. Mit Streicher ist anderorts ein Ziegler, ein Ziegelmacher gemeint. Unter dem Landvolk

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sind noch anzutreffen der Drescher, der Maeder (Schnitter), der Hoyer (etwa Heumähder), der Tannenhauer, der Holzhauer, mit dem Spitznamen Spalteholz, der Köhler, der Pechmann, der Pecher (Becher), der Schmorl (wendisch Pechbrenner), der Förster, der Holey (etwa Verkürzung von Holzey = Holzhüter), der Wild(schütze), der Schütze, der Jäger. Der Hameister oder Hach- Habichtmeister ist der Abrichter der Stoßvögel zur herrschaftlichen Jagd.
Das geistliche Oberhaupt jeder größeren Gemeinde ist der Pape, d. i. der Pfaffe. Der Diener Gottes heißt auch Gottschal (Gottschald), eigentlich Gottschalk - Gottesknecht. Ihm steht der Hüter des Kirchenschatzes und der heiligen Geräte, der Küster oder Kirchendiener zur Seite; Weil er das Kirchenopfer in Empfang nimmt, mancherorts im Klingelbeutel, heißt er  in verschiedenen Gegenden heute noch Opfermann (pp). Vielleicht ist bei dem Namen Altermann an Altar zu denken, also Altardiener. Kirchhoff kann der Bewirtschafter eines der Kirche gehörigen Hofes sein oder ein am Kirchhof Wohnender.
Im Dorfwirtshaus, durch einen aushängenden Krug als solches kenntlich gemacht, waltet der Krüger, der Krug seines Schenkendienstes. Auf dem Dorfanger spielen der Fiedler und der Pfeifer den Jungfern und Burschen zum Maientanz auf. Manchmal ist ihnen als Spielmann noch ein Trümper, ein Trompeter, oder ein Peucker, ein Pauker, oder ein Bünger, ein Bungner, Büngler, ein Trommler beigestellt. Zu den fahrenden Spielleuten des Mittelalters gehörten auch die Springer und Kögler, die Gaukler, die mit ihren Taschenspielerstückchen besonders die Alten belustigten. An die Vergnügungen der mittelalterlichen Land- und Stadtbewohner erinnern vielleicht auch die Namen König, Kaiser, Herzog, Graf, Bischof, Abt und Papst. Die regelmäßigen Spieler dieser Rollen bei Fastnachtsspielen und Schützenfesten haben jedenfalls davon ihre Zunamen erhalten. Aber auch als Spottnamen für geziertes, selbstbewusstes Auftreten können sie  gegeben worden sein. Die freien Bauern des Geschlechts, von dem  Freitags Ahnen handeln, sind sehr stolz. Sie wollen niemandem untertänig sein. Deshalb führt die ganze Familie den Namen König. Die einzelnen Glieder werden allerdings nur als eine Art Zaunkönige angesehen.
Vielgestaltig ist auch die Bewohnerschaft einer Burg. Da gibt es zunächst den Lehmann, das ist der Lehensmann, der Ritter, dem vom Landesherrn ein Stück Land zum Leben gegeben worden ist für seine Kriegsdienste, ferner den Hofmann, den Höfling und den Höfer, die zum Hofe gehören, und den Burger oder Bürger, der auf der Burg wohnt, aus der Burg stammt. Burghard, Burkhardt ist einer, der die Burg mit starker Hand schützt. Friedrich (slaw. Bedrich), in der Verkleinerungsform Fritzsche (wend. Pretschel) bedeutet auch Schutzherr. Wilhelm ist der willenkräftige Schützer. Ein Fechtmeister mit dem Schilde oder überhaupt ein rüstiger Kämpfer mit Schwert und Schild ist der Schirmer. Der Knecht oder

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Handwerker, der die Schwerter reinigt, blitzblank macht, heißt Schwertfeger. An den ritterlichen Kampf erinnert auch der Name Jobst (slawisch Wobst), von dem griechischen Namen Jodolus abgeleitet, der etwa „Pfeile haltend“ bedeutet. Als Kämpfer treten noch auf den Plan der Ritter, der Junker, der junge Herr und der Knappe, der Knabe, der Jüngling, der ein Ritter werden will. Von vielen Standesbezeichnungen können die heutigen gleichlautenden Familiennamen wirklich herrühren. Einer von den Mannen des Burgherrn ist noch der Mann, vielleicht auch ein besonders tapferer, wie der Degen. Die fremden Ritter, die längere Zeit auf der Burg zu Besuch weilten, führen die Namen Gast oder Gassert. Nach der ritterlichen Kleidung sind benannt Rost, von Rust, ahd. hrust = Rüstung, Harnisch, Panzer und Lederhose, zusammengezogen Lerse, das uralte kriegerische Beingewand, das Hose, Strumpf und Schuh zu gleicher Zeit vertrat. Ein Verfertiger von Lersen oder Lederhosen hieß Lersner. Die Kopfbedeckung der Krieger ist vertreten durch die Familiennamen Hellmich und Helm, d. i. der Bergende, Schützende, von der Wurzel hel = hehlen, bergen. Der Name Herold bedeutet „ der des Heeres waltet“, Heeresbeamter, Aufseher bei Turnieren und Festen. Bei dem Namen Reißig haben wir sicher an einen der Reisigen, der Reiter zu denken, die beim Kampfspiele gegen einander ansprengen. Ein gewandter Ritter, der beim Reiterspiele und im ernsthaften Kampfe viele Gegner aus dem Sattel sticht, wird Stecher genannt. Für die wohlbesetzte Tafel beim Festmahle sorgen der Koch und der Keller, der Kellermeister. Manche Stände und Gewerbe sind untergegangen, aber einzelne Geschlechtsnamen geben noch davon Kunde, wie Kettner (l), Ringel, Platner und Sporer. Kettner wird Kettenmacher bedeuten, wie der Adelsname J. von Kettenmaker. Ringe oder Ringel häkelten die Kettler (n) zu den Ringpanzern zusammen, die bis zu Anfang des 14. Jahrhunderts von den Rittern getragen wurden. Als Verfertiger der Plate, einer Schutzwaffe, die vor der Brust getragen wurde, - des späteren Plattenpanzers - sind die Platner (tt, e, ö) anzusehen. Die Sporer waren Sporenmacher, die vermutlich auch das Reitzeug für die Ritterpferde mit herstellten. Für ihre Beschäftigung sind jetzt die Handwerksnamen Sattler und Riemer (h) gebräuchlich. Die alte Bezeichnung lebt noch fort in der Sporerstraße zu Oschatz, in der diese Innungsmeister früher beisammen wohnten. Die Keßler waren Kesselschmiede oder Kesselflicker, die ihr Handwerk zum Teil im Umherziehen von Ort zu Ort ausübten. Bei Stalder (II,96) ist Keßlervolk mit Pack, Pöbel erklärt.
Damit werden wir hingeführt zu der 3. Gruppe der Familiennamen, die nach dem Benehmen der Leute, nach zufälligen Eigenschaften gegeben wurden. Mit dem Namen Sauer ist zuerst ein böser, grimmiger Mann, mit Brausewetter, Sturm ein stürmischer Mensch belegt worden. Streit ist einer, der gern Streit sucht, Prozess anfängt,

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Auch Greiner muss als Zänker gedeutet werden, Zürn als ein Herr mit heftiger, feuriger Gemütsbewegung. Unter Schreier (ey) ist aber kein Lärmmacher, sondern ein Gerichtsbote zu verstehen. Schade war ehemals ein schädigender Feind, ein gefährlicher Widersacher oder ein Räuber, Eisenreich, aus Egisrik entstanden, ein Schreckensherr. Der Dunsch machte immer ein mürrisches, unfreundliches Gesicht; der Geiler dagegen war übermütig und froh. Von besonderer Lebensfrische ist auch der Grüner (u), von Cronhart, der starke Lebendige. Asmus tritt immer als der Liebenswürdige auf, und die Liebe selber ist der Liebe. Billhardt zeigt sich besonders stark in der Lindigkeit, in der Milde. Ein Milder ist auch der Clemens. Von diesem Namen sind abgeleitet Kliemant, Kliemann (ee), Klemm und Klingst. Ein sehr Freigebiger ist der Gebhardt, Gebert (pp, ä), der Göbel. Hochmut hat einen hohen Mut, edlen Sinn, wohl angebrachte Zuversicht. So besitzt auch der Name Stolze (tz) nicht die tadelnde Bedeutung, die wir heute meist mit dem Worte beilegen, sondern die von berechtigtem Selbstbewusstsein. Mit Hoffarth ist aber jemand bezeichnet, der hoffärtig ist, der sich über seinen Stand erhebt. Auch der Personenname Gernegroß nennt einen der hoch hinaus will. Sittliche und geistige Eigenschaften kommen noch zum Ausdruck in den Namen Wachsmuth, der scharfen Mut hat (wahs = scharf), Konrad, der kühne Rater, mit seinen Abkürzungen Kurth, Kunath, Kunze (tz), Kunz, und Kuntzsch, Kluge, der von feinem Verstand ist, desgleichen Weise, Hauffe von Huge = denkender Geist, Leuchte, hindeutend auf Helligkeit des Geistes. Der Biedermann ist ein unbescholtener Mann, der wahr und zuverlässig ist in Wort und Taten. Ein derartiger Ehrenmann steht auch in dem Frommann vor uns (von mhd. vruman). Von einem solchen Herrn ist jedenfalls das württembergische Dorf Frommenhausen bei Rottenburg am Neckar gegründet worden. Der Sparmann geht dem Wortsinne nach mit seinen Gütern haushälterisch um, ebenso der Wahrig (zu ahd.. wâren, bewaren, erhalten), während der Prasser ein Schlemmer ist, der vieles unnötig vertut, und der Karge sich als Knauser, als Knicker zeigt. Merkwürdigerweise wohnen die Namensträger in e i n e m  Dorfe unseres Bezirkes beisammen. Wohllebe kann auch einer sein, der gern Lebensschön macht, oder der Name enthält den Wunsch: Lebe wohl - glücklich, froh! So schlendert der Ohnesorge durchs Dasein hin, der Sorge dagegen lässt sich von grillen und Bangigkeit plagen. Der Müßigbrod isst wahrscheinlich sein Brot mit Muße, als Rentier, oder er ist ein Fauler, der nicht einmal das Essen verdient, wie der Müßiggang. Von besonderer körperliche Beschaffenheit, von auffälligem Aussehen von Gesicht oder Haar haben ihre Namen die Große, Großmann, Lange, Langermann, Klein (e), Mager oder Hager, Dürr, Feist, Kraft, d. i. der Kräftige, Starke, Schöne, Schöncke, Schönherr, Zeißler (gebildet aus ahd. zeiz = anmutig, zart),

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Zierold (der sehr Zierliche, Schöne), Schwarz (e), fremdsprachlich Nigrin und Tschirner), Weiß(e) (im Wendischen Bielig), Schnee(weiß), Blaß, Braun (e), Bruns (der Sohn des Braunen), Grau, Roth (e), sowie Fuchs, einer mit rotem Haar, Gelbhaar, Gehlhaar, Felber, möglicherweise Falbhaar, Krause, einer, der gelockt ist, Straube, Streubel, Strobel, Leute mit straubigem. struppigem Haupt- und Barthaar, Langhärig, Rein, Flade und Flatter (von mhd. vlat = Reinheit, Sauberkeit, Glanz), Glatt, Rau, Rauch. Barth ist der Bärtige. Eine besondere Bartform trägt der Spitzbart. Gerade um die Zeit, wo sich die Familiennamen bildeten, war das Tragen des Bartes etwas Ungewöhnliches; die Regel war das glatte Gesicht. Da lag es nahe, einen Bartträger Barth zu nennen. Schier - unbärtig, einer „der glatt ums Maul ist“. Als Eigenschaftsnamen sind aus unserer Pflege noch zu erwähnen: Frei, Ehrlich, Göttlich, Ewig, Gutte, der Gute, Gütte wie Güthe, die Güte, der Gütige. Viele der zuletzt genannten Namen sind zum großen Teile schon neuzeitliche Bildungen. Diese sollen nicht mehr im einzelnen ausgelegt werden., es muss genügen, sie nach ihrer Bedeutung zu gruppieren. Zuerst mögen die Verwandtschaftsnamen hier zusammengestellt werden: Vater, Kind, Kindel, Liebeskind, Göhre, d. i. kleines Kind, Knabe (p), Range, ein unartiger Junge, Ohm, von Oheim, Onkel, Neff, Vetter, Eidam, der Schwiegersohn, Schwager, Mucke (wenn nicht von Nepomuk), wie Mügge, das Geschwisterkind, Einenkel, das Kindeskind, Kegel (unehel. Kind), ferner Gesell, Knechtel, Enke = der Kleinknecht, die früher auch zur Familie gerechnet wurden. Eine große Anzahl von Geschlechtsnamen sin den menschlichen Leibesgleidern entlehnt, von denen auch nicht eins fehlt. In unserer Gegend kommen folgende Namen vor: Haupt, Kopp, Oldecop (gesetzt wie ein alter Graukopf), Kapito = „Großkopf“, Göbel, von mhd. gebel = Schädel, Kahlert, Kahlkopf, Nuster, Maul, Lippe (auch Abkürzung von Philippus), Zahn, Kinne, Schönhals, Schlund, Bauch, Lochterhand, d. i. linke Hand, Linkhand, Daum (e), Füssel, Schmalfuß, Rehfuß, Rehschuh, ebenfalls von der Schlankheit, der Zierlichkeit des Fußes, Hinkefuß, Stelzner, der Stelzfuß oder Stelzenläufer. Nach den großen Kriegen des Mittelalters und der späteren Zeit gab es öfter solche Leute zu sehen. Auf Leibesfehler deuten noch hin die Namen Krumm, Schiefner, Knoll (rr), Fleck und Schramm. Letztere waren Leute, die eine rundliche harte Erhöhung am Körper, einen Fleck im Auge und Schrammen, Schmisse im Gesicht hatten. Der Kropp leidet an einem Halsauswuchs. Schiller bedeutet „der Schielende“ und Duwe, niederdeutsch „der Taube“, der Schwerhörige. Huster hieß zuerst einer, der fortwährend krächzte und hustete wie ein alter Mann, Köckert, von köken = erbrechen - ein Speier, Kranke, Krenkel, ein fortwährend Kränkelnder, der sich vielleicht auch nur krank stellte. Ein besonders kleiner Mensch, ein Zwerg, heißt niederdeutsch

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Querg. Bei dieser Gruppe seien gleich mit aufgezählt, die von Kleidungsstücken und ihren Teilen hergenommen sind: Schuch (h), Kittel, Langrock, Ziegenbalg (Kleid aus Ziegenfell gefertigt), Zobel (von einem Zobelpelz), Huth, Kapp und Mütze, Rocktäschel, Ficke (Hosentasche) und Riedel oder Senkel. Darunter sind Schnürriemen zu verstehen, mit denen alle Kleider befestigt wurden, ehe man Knöpfe hatte. Diese knotenförmigen Körper gaben dann den Ahnherren der Familien Knof (oo) den Namen. Reichliche Beiträge zur Bezeichnung der menschlichen Geschlechter hat auch die Tierwelt geliefert. Hier und in der Umgegend sind anzutreffen: Schimmel, Krake (altes, schlechtes Pferd, darnach sein Besitzer), Stier, Ochs, Kalb, Schöps (e), Hammel, Bock, Böckel, Schaaf, Lamm, Wölfel, Fuchs, auf niederdeutsch Voß, Hundt, Haase, Eichhorn, Kitzing (Kätzchen?), Meusel (Mäuschen), Maulwurf, auf litauisch Kürmiß, Thier, ferner Adler, Falk, Geyer, Kranich, Gänsrich, Gans, Hahn, Hähnel = Hendel, Henne, Huhn, Trappe, Taubert (äu), Taube. niederdeutsch. Duwe, Finke, Pinkert, (Lodfink), Goldammer, Zeidig, Ziemer (Drosselart), Schwalbe, Sperling, Vogel, endlich Hecht, Plötze, (Rotauge), Bärsch, Gründling oder Grimpe (gobio fluviatilis), Hering, Sprotte, Krebs, Grille, Hommel (u), Käfer, Floh, Schnecke.
Menschliche Phantasie hat auch aus der Welt der Pflanzen mancherlei Ähnlichkeiten und Vergleichspunkte herausgefunden, um den reichen Besitz an Familiennamen noch zu vermehren. Als solche Pflanzennamen kann man von hier herum aufzählen: Baum, Birnbaum, Felber (Weidenart: falix fatua), Pappelbaum, Nußbaum, Birnstengel, Dorn, Rohr, Korn, Rockstroh, Haferkorn, Hiersekorn, Kern. Damit wird in Oberdeutschland eine besondere Getreideart bezeichnet, der Dinkel oder Spelt. Das unreife und gedörrte, von den Spelzen befreite Spelzkorn liefert den „Grünkern“ des Handels, besonders für die Suppenbereitung. Der Dichter Güll sagt in einem Kinderliede; „Bäuerlein Bäuerlein, tik tik tak, hast 'nen großen Hafersack, hast viel Weizen und viel Kern.“ Von kleineren, schwächeren Gewächsen und von Früchten haben ihren Namen erhalten: Kohl, Lauch, Knobloch, Bohne, Kürbs, Mohn, Mohnhaupt, Steudte (äu), Kümmel, Senf, Hedrich, Günsel, Flachs, Hoppe oder Hopfen, Obst Kirsche, und Pflaume. Die Speisen sind in folgenden Namen unseres Landstriches vertreten: Schönbrodt, Bemme, Zimpel (Broteckchen), Krapf,, bekannter wohl in der Verkleinerungsform Kreppelchen, Krengel (i), d. i. Bretzel, Stolle, Platz, an Platzkuchen zu denken, Mehl (wend. muka, nach Handrick davon Mucke), Mauke (Kartoffelbrei), Schroth (geringes Mehl), Schinke, Speck, Wurst, Butter, Senf, Dünnbier. Bei Sterzel kann an das steyrische Nationalgericht gedacht werden: Klöße von Buchweizenmehl mit Speckgriefen und Milch.
Die von Geräten, Werkzeugen und allerhand sonstigen Gegenständen hergenommenen Namen sind bei uns auch in größerer An-

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zahl vorhanden, wie folgende Aufzählung zeigt: Becher, Seidel, Krug, Tiegel, Kessel, Teller, Löbel, von niederdeutsch Lepel = Löffel, Rost (Ofenrost) Backofen, Brotkorb, Kötz(e) = Rückentragekorb, Tube (Zuber, Zober) Schlegel (Schlägel), ein Werkzeug zum Schlagen, Kolbe = Keule als Waffe, Krumpholz, Knebel, Schwedler (Jagdtasche), Kahn, v. Känel, Kutsche, Polster, Halfter, Zaumseil, Toegel (niederdeutsch Zügel), Leißring und Leichsenring (eu), Ring an der Leuchse, der Stemmleiste am Rüstwagen, Asse = Achse, Runge, Langwagen, Pflug, Scharnagel, Hammer, Nagel, Flegel (ö), der Dreschflegel, Keilhau = Keilhacke, Meisel, Keil, Kegel, Kreisel, Kaule oder Kugel, Würfel, Klotz, Schemmel (Spitzname für Tischler), Klunker (Troddel, Quaste), Keilholz, d. i.  ein großes Spaltstück Holz, wie es in alten Zeiten als Auftritt vor die Türschwelle gelegt wurde. Kloppe hat vielleicht seinen Namen von der Kloppe oder dem Hammer, die in unseren Dörfern noch heute zur Bekanntgabe besonderer Gemeindeangelegenheiten dienen. Das Schriftstück wird zwischen die Hälften eines walzenförmigen Holzstückes festgeklemmt - durch Anziehen einer Schraube an dem Stiel des Hammers - und von Haus zu Haus befördert. Der letzte Nachbar bringt die Kloppe dem Gemeindevorstand zurück. Dieser Brauch ist auf eine alte slawische Einrichtung zurückzuführen. Bei unseren wendischen Vorfahren ließ der Dorfälteste die heja von Hütte zu Hütte reihum gehen, um die  Freien zu Versammlungen zusammenzurufen. Der Horn verdankt wohl meist dem bekannten Blasinstrument seinen Namen, wozu ursprünglich Tierhörner verwendet wurden. Die Nachtwächter unserer Gemeinden sind jetzt noch damit versehen, um an bestimmten Nachtstunden und bei besonderer Gefahr blasen zu können. Gelhorn ist ein  Horninstrument, das gell = durchdringend erklingt, schreiend tönt, Schellhorn ein Schallhorn, eine Posaune. Bei Schaller, Scheller und auch bei Schilling muss an gute Sänger mit kräftiger Stimme gedacht werden. Schilling wird manchmal auch zu den klingenden Münzen gerechnet, ebenso Oertel und Heller.
Auch Naturkörper und Naturerscheinungen sind nicht selten in Eigennamen vertreten. Bei Mahn ist an den Mond zu denken, bei Morgenstern an die helleuchtende Venus, Der Sternkiker (in Norddeutschland kieken für gucken, also Sterngucker) ist wahrscheinlich ein Sterndeuter wie Seni im Wallenstein, der das Schicksal der Menschen aus dem Stand der Gestirne erkennen will. Der Name könnte freilich auch einem unpraktischen Menschen zugelegt sein, dessen Gedanken in Wolkenkuckucksheim weilen, der sich den Verhältnissen der irdischen Welt wenig anzupassen versteht. Von der Erde gehören zu der eben genannten Klasse der Familiennamen: Stein, Eckstein, Kieselstein, Schiefer, Kupfer, Loth, d. i. Blei, Eisen, in der Verbindung von Mordeisen, Golde (ll), sowie die Zusammensetzungen von Land usw. in Haberland und Haferland, Klefeker (= Kleeäcker), Kleeberg,

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Gerstenberg, Gerstäcker. Die Personen haben ebensolche Grundstücke besessen oder bewohnt, auf denen die genannten Feldfrüchte besonders gut gediehen. Der Möser stammt aus einer Moorgegend. Moos = Moor. Nebel, Frost, Schnee, Wind, Sturm, Morgenroth und Donner sind nach diesen Naturerscheinungen benannt, vielleicht deshalb, weil ein Vorfahre bei solchem Wetter geboren wurde. Mit dem Feuer hängen zusammen Brandt, Rauch und Funke. (Stubenrauch = Spitzname für einen Bader). An Wasser denken wir bei Kaltenbrunn, Pfütze, Teich, und Faulwasser, d. i. stehendes Gewässer, daher die Fäulnis. Manche Namen beziehen sich auch auf Zeit und Zeitliches, z. B. Mittag, Vesper, Feierabend, Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag (als Todestag Jesu von frommen Müttern gern Kindern beigelegt), Sonnabend, Hornung (Februar), Merz (ä, tz), May, (ai, ey). Lenz, Sommer, Herbst und Winter, Krieg und Friede.
Zum Schlusse sollen noch die Familiennamen aufgeführt werden, die einen ganzen Satz umfassen, meist einem Befehlssatz: Füllkrus = Fülle den Krug! Springefeld = Spring ins Feld! Haustein + Haue, behaue den Stein! Guckeland = Guck ins Land! Schicketanz = schicke den Tanz, ordne den Tanz an, ein Tanzordner. Heberecht = „habe recht“, ein rechthaberischer Mensch. Hebenstreit bezeichnet einen, der Streit anhebt, gern Zank anfängt, Springsguth verkürzt aus „Springinsgut“ ist einer der mit einem Male reich wurde. Ehretraut = mit Ehre betraut, ausgestattet. Leicht verständlich sind die Satznamen Baldauf, Bleibtreu, Haltaus, Liebetreu, Packan, Werdegut und Willkomm.
Obwohl in den obigen Ausführungen nur die Familiennamen eines kleinen Bezirks nach ihrer Entstehung und Bedeutung behandelt sind, so lassen sich doch die großen Richtlinien der Namensforschung daran zeigen. Man gewinnt immerhin einen tiefen Einblick in das weite Gebiet der Geschlechtsnamen und in das wunderbare Getriebe darin. Um allerdings genau zu erkennen, wie jeder Name recht zu erklären ist, müsste man stets wissen, wo und unter welchen Umständen er entstanden ist und wie er sich seitdem bis auf unsere Zeit entwickelt und geändert hat. Die Beziehungen der einzelnen zu Namen gebrauchten Begriffe sind so überaus groß, dass wohl niemand die gerade passende Deutung für alle Fälle findet. Die Einführung in die deutsche Namenswelt ist trotzdem von Wert, wenn nur recht viele zu der Einsicht gelangen, dass die Familiennamen nicht so gedankenlos gegeben worden sind, wie sie gewöhnlich gebraucht werden. Vor allem aber möge in jedem von uns der Geist wieder lebendig werden, aus dem ein großer Teil der Namensgebung erwachsen ist. Ein Geschenk für das Leben sollte das Kind mit dem Namen erhalten, alles Gute und Schöne darin sollte dich dereinst am Erwachsenen erfüllen. Das galt zunächst vom Einzelnamen, und das gelte jetzt von den Rufnamen. Wenn

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doch recht viele Eltern sich bemühen wollten, sinnvolle deutsche Namen für ihre Nachkommen auszusuchen. „Seitdem der Name noch die Familiengemeinschaft bezeichnet, kann man von ehrlichen, vom guten Namen sprechen, das ist der Name, den man von dem Voreltern ererbt hat, den man fleckenlos den Nachkommen überliefern soll.“ Jesus Sirach sagt: „Siehe zu, dass du einen guten Namen behaltest, der bleibt dir gewisser, denn tausend große Schätze Goldes.“ (Jes. Sir. Kap. 41, V. 15)

Quellen-Verzeichnis

A. Bähnisch, Die deutschen Personennamen
Albert Heintze, Die deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich
Dr. Rudolf Kleinpaul, Die deutschen Personennamen
Leo Meyer, Die Dorpater Familiennamen
Pott, Namenbuch
Dr. Bernhard Rost, die Stollbergschen Familiennamen
Prof. Dr. Hans Stübler, Über Lausitzer Familiennamen
Dr. Franz Tetzner, Namenbuch
Vilmar, Entstehung und Bedeutung der deutschen Familiennamen
Clemens Vogel-Dresden, Über die Entstehung der gebräuchlichsten sächsischen Familiennamen
Dr. Richard Wickert, Studienrat, Festrede zu Königs Geburtstag 1912
Hauptbücher der Schule zu Naundorf
Kirchenbücher der Kirchfahrt Naundorf
Adressbuch für die Amtshauptmannschaft Oschatz, Ausgabe 1895
degleichen letzte Ausgabe von 1911



Namens-Liste

Abt 20
Ackermann 19
Adam 8
Adler 16
Adler 24
Aegidius 9
Albert, Albrecht 6
Altenburger 13
Altendorf 12
Altermann 20

Ambros 8
Am Ende 14
Amthor 16

Annacker 19

Andres 8
Andrä 9
Andro 8
Apitz 7
Arnold, Arndt 6
Aschenbach 14

Asmann, Aßmann 5
Asmus 8
Asmus 22
Asse 25
Auer 15
Auerbach 12

Auerswald 15

Augustin 8
Auligk 12

Aurich, Aurig 15


Bach, Bachmann 14

Backofen 25

Bader 16

Badock 9
Badstübner 16

Bähnisch 8

Bär 5 16

Bärsch 25

Bäßler 12

Baldauf 26
Balke 5

Barth 23
Barthel 8

Bauch 23

Baum 24

Baumgarten 19

Baumgärtel 19

Baur, Bauer 19

Becher 20 25

Beck, Becker 17
Beck, Beckmann 14

Bedrich 20

Beer, Behr 5

Beger 5

Behnisch 8

Beier, Beyer 12

Bemme 25

Benedikt 8

Bennewitz 12

Bergau 14

Bernhard 5

Berthold 6

Bertram 5

Beuche 12

Beyersdorf 12

Biedermann 22

Bielig 23

Billhardt 22

Birkicht (g) 12 15

Birkner 15

Birnbaum 24

Birnstengel 24

Birnstein 5 15

Bischof 20

Bittig 6

Bittner 17

Blei 25

Bleibtreu 26

Bloens 9
Blume 16

Blumenschein 16

Bock, Böckel 16 24

Böhle 12

Böhme 12

Böhnisch 8

Börtitz 12

Böttcher 17

Böttger 17

Böttner 17

Bogdanski 7
Bohne 24

Bonhage 15

Born, Börner 14

Brandt 26

Brauer 17

Braun, Braune 23

Brausewetter 21
Breitenborn 12

Bremisch 12

Bretschneider 18
Breuer 17

Brink, -mann 15

Brockwitz 12

Brodkorb 25

Brückner 14

Brühl, Bruchholz 15

Brunner 14

Brunnhütter 14

Bruns 23

Buchner 15

Buchwald 15

Buder, Büder 6, 19

Bünger, Büngel 20

Büschel 15

Bütting 6
Büttner 17

Buhre 19

Bungner 20

Burgemeister 18

Burger, Bürger 20

Burghard 20

Burkhardt 9, 20

von dem Buschge 15

Busch, -mann 15

Butter 24


von Calbitz 11
Cavertitz 10
Christian(-i) 8, 9

Claus 6

Clemens 22

Colditz 10

von Coseritz 10

Crodel 6

Cronhart 22

Czech 13


Dachsel 16

Däberitz, Däweritz 12

Damm 14

Daniel(-is) 8, 9

Daum(-e) 23

Dechert 18

Decker, Deckert 18

Degen 21

Deubner 12

Dietrich, Dietz(-e) 6

Dittmar 6

Dögnitz 12

Döhlitzsch 12

Döllnitz, Dölze 14

Döring 12

Dörner 15

Dommel 8

Domschke 8

Dominik(-us) 8

Donner 26

Dorn 24

Dorsch, Dörschel 16

Drechsler 17

Dreher 17

Dreißig 12

Drescher 12

Drese 8

Dressel 8

Dreyer 17

Dröse 8

Dünnebier 24

Dürr 22

Dunsch 22

Duwe 23, 24


Eberhardt, Ebert 5

Ebner 15

Eckelmann 14

Eckert, Eckhardt 4
Eckner 14

Eckstein 14, 25

Edler 7

Egidy 9

Ehlert 5

Ehrlich 23

Eichelkamp 14

Eichler 15

Eichhorn 16, 24

Eidam 23

Einbock 16

Einenkel 23

Einöder 14

Eisen 25

Eisenreich 22

Elbe 14

Emmerich 12

Enders 8

Engel. -mann 16

Engelhardt 6

Englisch 13

Erasmus 8

Erdmann 4, 9

Erler 15

von Ernest 4,10
Eschebach 14

Eule 16

Eulitz 12

Exner 19


Färber 17

Falk 24

Faulwasser 26

Fechler 17

Fehrmann 14

Feierabend 26

Feist 22

Felber 23, 24

Feldmann 14

Ferber17
Fichtner 15

Ficke 24
Fiebig, Fiebiger 19

Finke 24

Fischer 17

Flachs 24

Flade, Flatter 23

Fleck 23

Flegel, Flögel 25

Flemming 12

Floh 24

Förster 20

Franke, Fränkel 13

Frauendorf 12

Freiberg 12

Frei, Freyer 7, 23

Freitag 26

Frenkel 13

Friede 26

Friedrich 20

Friese 13

Fritzsche 20

Frommann 22

Frost 26

Fuchs 23

Füssel 23

Füllkrus 26

Fuhrmann 18

Funke 26


Gabriel 8

Gäbert 22

Gäbler 17

Galle 8

Gangloff 5

Gans, Gänsrich 24

Ganzig 11

Garbe 5

Garfs 9

Gasch 8

Gast, Gassert 21

Gaudlitz 12

Gaumnitz 12

Gaunitz 12

Gebauer 19

Gebert 22

Gebhardt 22

Gedicke 8

Gehlhaar 23

Geiler 22

Geißler, Geisler 18

Gelbhaar 23

Geppert 22

Gerber 17

Gernegroß 22

Gerstäcker 23

Gerstenberg 23

Gesell 23

Gest 15

Geßner, Gäßner 14

Geyer 24

Gießner 12

Gläser, Glaser 18

Glatt 23

Gleisberg 12

Gleitner, Gleitsmann 18

Göbel 22, 23

Goethe 3, 8

Goethel 8

Goethert 6

Göhre 23

Görlitz 12

Görner 5

Görnitz 12

Göttlich 23

Goldammer 24

Golde, Gollde 25

Goldschmidt 17

Gottfried 8

Gotthard 6

Gottschall (ld, lk) 20

Graf 20

Grau 23

Greiner 22

Grießmann 17

Grieß(-ler) 17

Grille 24

Grimpe, Gründling 24

Groß(-e), -mann 22

Grüner 22

Grützner 17

Gruhle 6

Grumbach 12

Gruner 22

Guckeland 26

Günsel 24

Gütte, Gutte 23
 

Haacke, Haak 15

Haase 24

Haberecht 26

Hebrland (f) 25

Häcker, -rich 15

Haferkorn 24

Hage 15, 22

Hahn, Hähnel 16, 24

Hahnefeld 12

Halfter 25

Hallbauer 19

Holtaus 26

Hamm 12

Hammacher 17

Hameister 19, 20

Hammel 24

Hammer 25

Hammitzsch 7

Hannemann 8

Hanns, Hannß 3, 8

Hänsel 8, 9

Händler 18

Härtwig (a, e) 6

Harnisch 21

Hartmann 4

Hartung 9

Hasselbrink 15

Häusler 19

Haupt 23

Haustein 26

Hebenstreit 26

Hebold 5

Hecht 16, 24
Hedrich 24

Heide 15

Heine, -mann 15

Heinicke, Heinke 15

Heinitz 12

Heinrich, Heinz 15

Heintze 15

Hellmich, Helm 21

Hempel 15
Hendel 24

Henne 8, 24

Hennig 15

Henker 18

Hentzschel 8, 9

Herbst 23

Herfurth 14

Hering 16, 24

Hermann 4

Hermsdorf 12

Herold 21

Herschel 16

Herzog 20

Hesse, Hessel 13

Heyne 15

Hientzsch 15

Hiersekorn 24

Hildebrand 4

Hilmer 4

Hinkelmann 15

Hinkefuß 23

Hippe 4

Hirschfeld 12

Hirsch 15

Hirzel 16

Hochmuth 22

Höfer, -ling 20

Hofmann 20

Hoffarth 22

von Hohenthal 10

Höhne 7

Hönicke 7, 9

Holey 20

Holzhäuser 15

Holzhauer 20

Hommel 24

Homeister 19

Hoppe 24

Höppner (pf) 19

Hörig 7

Horn 25

Hornung 9, 26

Hoyer 20

Huber, Hübner 19

Hübel, Hügel 14

Huffschmied 16

Hüfner 19

Huhn 24

Hummel 24

Hummitzsch 7, 12

Hundt 24

Hunger 13

Huster 23

Huth 24


Imker 19

Irrenberg 12

Israel 8


Jäckel 8

Jakob 8

Jakobs 9

Jäger 20

Jahn 8

Jänicke 8
Jähnichen (e, g) 8

Jentzsch 8

Jobst 21

Johannes 8

Jungandreas 8

Junghans 8

Jungnickel 6

Junker 21

Jürgens 9


Kademann 19

Kaden, Kadner 19
Käthner 19

von Känel 25

Kahlert 23
Kahn 25

Kaiser 20

Kalb 24

Kaltenbrunn 26

Kampmeier 14

Kandler 17

Kannegießer 17

Kanzler 18

Kapito 23

Kapp 24

Karge 22

von Kasabra 11

Kasten 8

Kaulbach 14

Kaupisch 18

Kaule 25

Keferstein 15

Kegel 23, 25

Keil, Keilhau 25

Keilholz 25

Keller 21

Kepler 8

Kern 24

Kessel 25

Keßler 21

Kettner, Kettler 21

Kieselstein 25

Kießig, Kießling 9

Kind. Kindel 23

Kinne 23

Kirchhoff 20

Kirsch 8

Kirsche 24

Kirschner 17

Kirsten 8

Kittel 24

Kitzing 24

Kleeberg 25

Klefeker 25

Kleine 22

Kleinschmidt 16

Klemm 22

Klessig 12

Kliemann, Kleemann 22

Kliemant 22

Kingenberg, -er 12

Klingner 14

Klingmüller 14

Klingst 22

Klitzsch 6

Klix 12

Kloppe 25

Klostermann 8

Klotz 25

Kluge 22

Klunker 25

Knabe (p, pp) 21, 23

Knebel 25

Knechtel 23

Knoblauch 24

Kobsch 18

Knof, Knoof 24

Knoll, Knorr 23

Koch 21

Kohl 24

Kohlbach 14

Kögler 20

Köhler 20

König 20

Körner 17

Kopisch, Kopsch 18

Konrad 22

Kothe 19

Kötz, Kötze 25

Köckert 23

Kolbe 25

Korn 24

Kötitz 12

Kottwitz 12

von Kotzebrade 10

Krämer (a) 18

Kraft 22

Krake 24

Kranke 23

Kranich 24

Krapf 24

Krebs 16, 24

Kreisel 25

Krengel 24

Krenkel 23

Krems 12

von Kreischau 11

Kretzschmar 7

Krieg 26

Kringel 24

Kropp 23

Krug, Krüger 20, 25

Krumm 23

Krumpholz 25

Kühn, Kühnel 5

Kühnert 5

Kürmiß 24

Kürschner 17

Küster 20

Kugel 25

Kuhnke 9

Kummer 4

Kunath, Kurth 22

Kunz(-e), Kuntzsch 22

Kürbs 24

Kupfer 25

Kutsche 25


Lademann 19

Lamm 24

Lampe 6

Lamprecht, -ert 6

Lange 22

Langermann 22

Langrock 24

Langwagen 25

Lässig 7

Lauch 24

Lauckner 15

Lausch 6

Laux 8

Lehmann 20

Leichsenring 25

Leineweber 17

Leipnitz 7

von Leipziger 12

Leißring 25

Lemke 16

Lempe 6

Lenk 19

Lenz 8, 26

Leonhard(i) 6

Lessig 7

Lessing 7, 15

Leubner 13

Leuchte 22

Liebe 22

Liebeskind 23

Liebetreu 26

Limbach 12

Linde 16

Lindner 5, 15

Linkhand 23

Lipinski 7

Lippe 23

Lischke 9

Löbel, Löffel 25
Locher, Lochmann 15

Lochterhand 23

Löffler 17

Lohmann 15

Lohse, Loos 6

Lommatzsch 7, 12

Lorenz 8

Lothar 6

Loth 25

Löwe 16

Ludwig 6

Luther 6

Lutze 6

Lützenkirchen 12


Maeder 20

Märker 12

März 26

Mager 22

Mahn 25

Mammitzsch 7, 12

Mannewitz 12

Markus 8
Marschner 15

Martens 9

Marx 8

Matthaus 8

Matthes, Matz 8

Mauersberger 12

Mauke 7, 24

Maul 23

Maulwurf 24

May (ai) 26

Mahl 24

Mehnert 6

Meinel 5, 6

Meißner (x) 12

Merkel 9

Menzel 6

Merzdof 12

Merz 26

Messerschmidt 16

Metzger 18

Metzler 18

Metzner 17

Meuche 12

Meusel 24

Michael 8

Michel 8

Mischke 6

Mittag 26

Mittwoch 26

Möckel 6

Mogk 6

Mogelin 11

Möller 17

Mönch 8

Möser 26

Mohn, -haupt 24

Mond 25

Montag 26

von Mordeisen 10, 25
Morgenroth 26

Morgenstern 25

Morgner 19

von Mügeln 11
Mügge 23

Mühlau 12

Mühlbach 12

Mühlberg 12

Mühle, Mühler 17

Mühlig 17

Müller 17

Müßigbrod 22

Müßiggang 22

Mucke 23, 24

Münch 8

Mütze 24

Mylius 17


Naether 17

Nagel 25

Naumann 19

Nebel 26

Neff 23
Neidhardt 4

Nestel, Nestler 17

Neugebauer 19

Neuhof 19

Neunhofer 19

Neumann, Niemann 19

Nickel 6

Nicklitzsch 6, 12

Nicolai 6

Nigrin 23

Nikolaus 6

Nitzsche 4

Noffke 19

Nolte 6

No(w)ack 19

Normann 13

Nürnberger 12

Nußbaum 24

Nuster 23


Obenaus 14

Obst 24

Ochs 24

Ockert 6

Oder 14

Odrich 6

Oechsner 19

Oehme 6

Oehmichen (g) 6

Oetrel 19, 25

Oeser 17

Oestreich 13

Ohm 23

Ohnesorge 22

Oldecop 23

Onkel 23

von Oppel 6

Oppermann (pf) 20

Oppitz 6

Orlemünde 12

Oschatz 12

Ost 13

Ostermann 13

Ostermeier 14

Otto 6


Packau 26

Panitz 12

Pape 20

Pappelbaum 15

Papst 20

Panzer 21

Pasler (ä) 12

Paul 8

Pecher 20

Pechmann 20

Peltzer 19

Peritz 12

Perthen 6

Peter 7

Peterson, -sen 9
Petrus 8

Peucker 20

Pfaff, Pfaffe 20

Pfannenschmid 16

Pfau 16

Pflaume 24

Pfütze 26

von Pflugk 10

Pietzsch 7

Pinkert 24

Pistorius 17

Plänitz 12

Edler von der Planitz 10

Platner (tt, e, ö) 21

Platz 24

Plötze 19, 24

Pönitz 12

Pötzsch 7

Poitz (B) 12

Pohle 13

Polenz 14

Polster 25

Popp 6

Prasser 22

Pretzschel 20

Preuß, Preußer 13

Püschel 15

Quarg 24

Quellmann 14

Quietzsch 7

Quoosdorf 12


Rabe 5

Rabenstein 12

Redemacher 17

Rädler 17

Raffs 9

Ramm 5

Range 23

Rathmann 18

Raubold 6

Rau, Rauh Rauch 23, 26

Rebner 19

Rehefeld 12

Rehfuß, Rehschuh 23

Reimer 6

Reinhard 6

Reinhold 6

Reißig 21

Rentzsch 6

Riedel 24

Riemer (h) 21

Ringel 21

Ritter 21

Ritz (Richard) 6

Rockstroh 24

Rocktäschel 24

Rodig 6

Rodloff 6

Röber 6

Röder 6

Röpert 6

Rötscher 6

Rohr 24

von Römer 12

Rose 16

Rosenkranz 16

Rost 21, 25

Rostig 12

Roth, Rothe 6, 23

Rother 6

Rotlauf 6

Rüdiger 6

Rüger 6

Rülke 9

Runge 25

Rupprecht, Ruppert 6


Sachse 13

Sämann 19

Sahlbach (aa) 12

Sasse, Saß 13

Sattler 21

Sauer 21

Saupe 7, 8

Schaaf 24

Schade 22

Schädel 23

Schäfer 19

von Schardt 6, 10

Scharschmidt 16

Scheffler 17, 19

Schellenberg 12

Schelpel 18

Scheps 24

Schettler 17

Schiefelbein 12

Schieferdecker 18

Schiefner 23

Schiller 23

Schimmel 24

Schindler 18|
Schinke 24

Schier 23

Schirmer 20

Schleinitz 12

Schleußing 13

Schlosser 16

Schlund 23

Schmalfuß 23

Schmidt 7, 16, 18

Schmorl 20

von Schmorkau 11

Schnecke 24

Schnee, -weiß 23

Schneider 17

Schnitter 20

Schnitzler 17

Schölpel 18

Schönberg 12

Schönbrodt 24

Schöne, Schöncke 22

Schönfeld 12

Schönhals 23

Schönherr 22

Schöps 24

Schöttler 17

Scholz, Scholtz(-e) 18

Schrader 17

Schramm 23

Schreiber 18
Schreier 22

Schreiner 17

Schreyer 22
Schriewer 18

Schrodt 17

Schröer 17
Schröter (d) 17

Schroth 24

Schubarth 16

Schubert 16

Schuch 24

Schuchardt 16

Schüßler 17

Schütze 20

Schuh 24

Schuhmacher 16

Schuknecht 17

Schulze 18

Schultheiß 18

Schumann 16

Schuricht 16

Schurig 19

Schuster 16

Schwabe 13

Schwager 23

Schwalbe 24

Schwan 16

Schwarzbach 12

Schwarze 23

Schwerdfeger 21
Seibold 6

Seibt 5

Seifert 5

Seiler 18

Seldner 19

Senf 24

Senkel 24

Seyboth 6

Seyffarth 5

Sickert 6

Sieber 6

Siegel 6

Siegert 6

Siegfried 6

Sigeboth 6

Simon 8

Söldner 19

Sohre 12

Sorge 12

Spalteholz 20

Sparmann 22

Specht 16

Speck 24

Sperling 24

Spielmann 20

Spitzbarth 23

Sporer 21

Springer 20

Sprotte 24

Starke 22

Stecher 21

Steeger, Stegmann 14

Steiger 14

Stelzner 23

Stephan 8

Sterzel 24

Steudte, Stäudte 24

Stier 24

Stöcker 18

Stolle 24

Stolze, Soltze 22

Stradtmann, Straßer 14

Straube 23

Streicher 8, 19

Streit 21

Streller, Strehle 12

Streubel 23

Strobel 23

Sturm 21, 26

Sudermann 13

Sünder 13

Sünderhauf, -hof 14

Sundermann 13

Suizberger 12

Sulzer 18


Täschner 17

Tamm 14
Tanner 15

Tannhäuser 15
Tannenhauer 20
Taube 16, 24
Taubert (äu) 24
Teich 26
Teicher 14
Teichmann 14
Teller 25
Terpitz 11, 12
Thalemann 15
Thams 9
Thiele 6
Thieme 6
Thier 24
Thierbach 12, 14
Thormann 16
Thürigen 13
Tiegel 25
Tischer 17
Toegel 25
Töpfer 17

Trappe 24

Traube 16

Trebuß 13

Triller 17

Trödler 18

Trommler 20

von Truchseß 10

Trümper 20

Tschirmer 23 
Türke 13

Türmer 18

Tube 26


Uhle 16

Uhlemann 5

Uhlig 6

Ullrich 6


Vater 23

Venus 25

Vesper 26

Vetter 23

Vieweg, Viehweger 19

Vödisch 13

Völkner 5

Vogel 24

Vogt 18

Vogtländer 13

Voit, Voitel 18

Vorholz 15

Voß 23


Wachsmuth 22

Wachtel 16

Wackwitz 12

Wadewitz 12

Wagner 17

Wahl 13

Wahrig 22

Walther 5

Wangemann 14

Wartenberg 12

Weber 17

Wedigen 15

Wegner 14
Wehner 17

Weichardt 4

Weide 15

Weidner 7

Weineck 9

Weihrauch 5

Weise 22
Weiß 23

Weißhorn 15

Wellmann 14

Wendler 13

Wendt, Wende 13

Wengler 14

Wenk 7

Werner 4, 9

Weser 14

Westeritzscher 13

Westermann 13

Wenz, Wenzel 4, 6

Wickert 4

Wiedemann 15

Wienicke 9

Wiesemann 15

Wiesenthal 15

Wiesmeier 15

Wiesner 15

Wild 5, 20

Wilhelm 20

Willkomm 26

Wind 26

Windisch 13

Winkler 18

Winter 26

Wobst 21

Wodan 5

Wölfel 24

Wohllebe 22

Wolf 5, 16

Wolfersdorf 12

Wollenweber 17

Wollner 17

Wünsche 13

Wünschittel 13

Würfel 25

Wunder 5

Wurst 24


Zänker 22

Zahn 23

Zaumseil 25

Zeidler 19

Zeiler 15

Zeißig 24

Zeißler, Zeisler 22

Ziegenbalg 24

Ziegler 19

Ziemer 24

Zierbock 16

Zierold 23

Zimmermann 17

Zimpel 24

Zobel 24

Zöllner 16

Zschäbitz  7

Zschachlitz 12
Zumbrunnen 14

Zurbuchen 15

Zürn 22


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