Ehrenausschuss
Gotthardt Gerstenberg, Lommatzsch,
Ehrenvorsitzender des Sängerbundes Meißner Land; Erster Bürgermeister
Dr. Konrad Sieblist, Oschatz; Amtshauptmann Dr. Vogel von
Frommannshausen, Oschatz
 Erster Bürgermeister Dr. Konrad Sieblist, Oschatz |
 G.Gerstenberg-Lommatzsch, Ehrenvorsitzender |
Sängerbund Meißner Land mit Unterbund „Elbe-Elster-Sängerbund“
Bundesvorstand
Ehrenvorsitzender: Stadtrat a.D. Gotth.
Gerstenberg, Lomm. Ehrenliedermeister: Kirchenmusikdir. Paul Gläser,
Großenhain 1. Vorsitzender: Prokurist Carl Adelhelm, Oschatz
2. Vorsitzender: Goldschmied Georg Schumann, Riesa Schriftführer:
Stadtrat Fritz Hobein, Lommatzsch Schatzmeister: Stadtkassierer
Woldemar Hofmann, Lomm. Notenwart: Postinspektor Albin Böhme,
Großenhain Beisitzer: Friseur-Obermeister Emil Schmidt, Großenhain
Abteilungsvorsteher Martin Kühne, Falkenberg, Bez. Halle
Lehrer Franz Behrendt, Mückenberg, Niederlausitz

Georg Schumann, Riesa 2. Vorsitzender |

Carl Adelhelm, Oschatz 1. Vorsitzender |
Hauptausschuss
Max Görlt, Schneidermeister, Vorsitzender
Karl Paul Adelhelm, Prokurist; Karl Friedrich Dix, Eisenbahnsekretär;
Ernst Göthel; Buchdruckereibesitzer: Max Golditz, Zeugschmied; Georg
Hellmich, Berufsschuloberlehrer; Louis Heyde, Malermeister; Albin
Kreisel, Werkmeister; Johannes Lässig, Kaufmann; Hans Lorenz Kaufmann,
Paul Merkel, Lehrer; Karl Otto, Lehrer; Dr; rer. pol. Hans Rahn,
Schriftleiter; Emil Richter, Glasermeister; Paul Rittner, Schriftleiter;
Paul Schneider, Maurer- und Zimmermeister: Hugo Steltzner, Kantor. Emil
Siegel, Kaufmann; Martin Uhlmann, Stadtbaudirektor; Franz Zwintzscher,
Stadtobersekretär; Arno Ullrich, Studienrat.

Max Görlt, Oschatz 1. Vorsitzender |

Emil Richter, Oschatz 2. Vorsitzender |
Bau- und Schmückungsausschuss gelbes
Abzeichen, Buchstabe B.u.S.
Emil Richter, Glasermeister, 1. Vorsitzender; Paul Schneider, Maurer-
und Zimmermeister, 2. Vorsitzender; Louis Heyde, Malermeister,
Schriftführer; Hermann Dießner, Zimmerpolier: Curt Schnelle,
Gärtnereibesitzer
Festzugsausschuss
hellblaues Abzeichen, Buchstabe Fe
Georg Hellmich, Kunstmaler u. Oberlehrer, Ehrenvorsitzender; Albin
Kreisel, Werkmeister, Vorsitzender; Ewald Schönitz, Schriftführer;
Hermann Geißler. Lackierer; Adolph Nobis, Werkmeister; Gustav Pöschel,
Maler; Otto Scheibe, Maler, Zöllau
Finanzausschuss
lilafarbenes Abzeichen, Buchstabe Fi
Hans Lorenz, Vorsitzender; Johann lässig, Kassierer; Ernst Knape,
Schriftführer; Theodor Arndt; Alfred Barth; Otto Fischer; Georg Jahn;
Curt Korn; Walther Mannewitz; Hugo Morgenroth. Otto Niemann; Fritz
Pöschel; Curt Richter; Max Richter; Arthur Schubert, Otto Finke, Borna;
Richard Reinhardt, Lonnewitz; Emil Schindler, Zschöllau
Musikausschuss
gelb-schwarzes Abzeichen, Buchstabe M Hugo Stelzner, Kantor, 1, Vorsitzender;
Karl Otto, Lehrer, 2. Vorsitzender; Herbert Beyer, Lehrer,
Schriftführer; stud. phil Beyer, Leipzig; Georg Dörfel, Lehrer in
Calbitz; Georg Kretzschmar, Kantor in Lonnewitz; Fritz Nier, Kantor in
Sornzig, Rudolf Opitz, Kantor in Borna; Alfred Otto, Oberlehrer,
Berufschulleiter; Richard Rost, Oberlehrer

Kirchenmusikdirektor Gläser Großenhain |

iStudierat Iwan Schönebaum Riesa |
Presseausschuss
rosafarbenes Abzeichen, Buchstabe P Arno Ullrich, Studienrat, 1. Vorsitzender;
Ernst Göthel, Buchdruckereibesitzer; Max Emil Herrmann,
Oberzollsekretär; Otto Käseberg, Lehrer; Karl Otto, Lehrer; Dr. rer.
pol. Hans Rahn, Schriftleiter; Paul Rittner. Schriftleiter.
Vergnügungsausschuss
grünes Abzeichen Emil Siegel, 1. Vorsitzender; Max
Golditz, 2. Vorsitzender; Georg Beyer; Otto Keller; Robert Nitzsche,
Lademeister; Richard Täubert; Otto Böhmert.
Verkehrs- und Empfangsausschuss
dunkelblaues Abzeichen, Buchstaben V und E Karl
Dix, Reichsbahnsekretär, Vorsitzender; Walter Wenk, Lehrer, stellv.
Vorsitzender und Schriftführer, Hermann Behr, Weichenwärter; Max
Geißler, Hausbesitzer; Arno Kilian, Bahnhofsmeister; Curt Müller,
Drogist; Franz Rök, Rangiermeister; Emil Schatz, Schneidermeister;
Wilhelm Zieschang, Eisenbahnsekretär i.R.

Franz Zschelletzschky, Dentist, Oschatz |

Kirchenmusikdirektor Fischer, Riesa |
Wohnungsausschuss weißes Abzeichen, Buchstaben W
Rudolf Merkel, Lehrer, 1, Vorsitzender; Arno Böhme, Lehrer, 2.
Vorsitzender und Schriftführer Obmänner: Robert Aippersbach,
Schirmgeschäftsinhaber; Otto Berthold, Monteur; Richard Clauß,
Buchhalter; Ernst Döring, Bodenmeister; Eugen Fuchs, Schlosser; Ehregott
Heinert, Schuhmachermeister; Otto Käseberg, Tapezierer; Arno Kilian,
Stationsmeister; Hans Kneschke, Buchhalter; Karl Wilhelm Kreßler,
Korbmachermeister; Kurt Lehmann, Hausmeister; H. Linné, Verw.-Ass.;
Walter Mannewitz, Buchbindermeister; Julius Mede, Hutmacher; Paul Mohr,
Uhrmachermeister; Hermann Muth, Oberpostsekretär; Ernst Niewitecki,
Schuhmacher; Max Nitzsche, Schlosser; Hermann Oertel, Schneider; Max
Papst: Rothe, Inspektor; Ernst Schubert, Schuhmachermeister; Otto
Schulze; Heinrich Thomas, Tischler; Paul Wackwitz, Prokurist; Hermann
Dießner, Rosenthal; Emil Dittrich, Altoschatz; Arno Leuschner, Zschöllau;
Oskar Oppen, Zschöllau; Arthur Schade, Lonnewitz; Arno Winkler,
Lonnewitz.
Standquartiere |
Bockwitz Borna Calbitz Daubnitz Dobra Elsterwerda Falkenberg Falkenberg Gallschütz Garsebach Glaubitz Gröba Großenhain Grumbach
Herzberg
|
Liedertafel Liederfreund Liedertafel M.G.V. M.G.V. Konkordia Einigkeit Harmonie M.G.V. Lied hoch Liedertafel M.G.V. Männerchor Liederkranz M.G.V.
|
Landbundhaus Rest. Kittel,
Strehlaer Str. Grüne Tanne, Wermsd. Str. Schützenhaus
Landbundhaus Landbundhaus Landbundhaus Rest, Marx,
Miltitzplatz Bürgerhalle, Brüderstraße Goldner Stern,
Neumarkt Roß Schützenhaus Gambrinus, Strehlaer Str.
Rest. Gasch, Bahnhofstr. 26 Dresdner Hof
|

Kantor Hugo Stelzner. Oschatz
|

Lehrer Karl Otto, Oschatz
|
Hohenleipisch Kleinleipisch
Lauchhammer Leuben b.R. Liebenwerda Liebenwerda Liebenwerda Liebenwerda Lommatzsch Lonnewitz Meißen
Meißen Meißen Meißen Merschwitz Merzdorf Mückenberg Naundorf b.Gr. Niederau Poppitz Proschwitz-W Reinersdorf Riesa Riesa Riesa Riesa Riesa Riesa Sachsdorf Schrebitz Sornzig
Strehla Uebigau Weinberge Wilsdruff Wilsdruff Zabeltitz Zaußwitz Zehren
Zeithain Zeithain Zschöllau
|
Eintracht Harmonie
Lied hoch Deutsches Lied Eintracht Liedertafel Lyra Sängerlust
Liedertafel M.G.V. Bürgergesangv. Germania Harmonie
Konkordia Männerchor Sangelust Liedertafel M.G.V.
Eintracht Froh Lied Liederfreund M.G.V. Anphion Arion Bäckergesangv, Orpheus Sängerkranz Schubertbund M.G.V. M.G.V. Sangeslust Konkordia
M.G.V. M.G.V. Liedertafel Sängerkranz M.G.V.
Liederkranz M.G.V. Eintracht Liederhain M.G.V. |
Landbundhaus
Landbundhaus Landbundhaus Höschel's Rest. Rosmarinstr.
Schützenhaus Roß Landbundhaus Landbundhaus Goldner
Stern, Neumarkt Café Hofmann Schwan Bürgerhof
Weinberg Gastgof Zschöllau Schweizerhaus, Dresdn. Str.
Holländer Landbundhaus Gasthof Altoschatz Gute Quelle,
Gartenstraße Faß, Altmarkt Amtshof Weißer Stiefel,
Wermsd.Str; Sächsischer Hof Rotes Haus Kleiner
Ratszwinger Schwan Dresdner Hof Sächsischer Hof Dresdner Hof Erholung, Breitestraße Rest. Gasch,
Bahnhofstraße Gambrinus, Strehlaer Str. Landbundhaus
Landbundhaus Wettiner Hof Café Zierold Café Uebel
Amtshof Garküche Deutscher Schütze Roß Gasthof
Zschöllau |
Treffpunkte der Oschatzer Gesangvereine |
Bürgergesangverein Eintracht Liederfreund Liederkranz Sängerkranz |
Felber Lange Zierold Zierold Felber |

Die Festhalle
Besondere Umstände haben es verfügt, das wir bei unserem Feste einen
Raum von ganz ungewöhnlichen Ausmaßen
benutzen können. Neben 1600 Sängern werden wir 1800 Zuhörer bequem
unterbringen. Als Festhalle dient und das Reithaus derr 2. Eskadron
der ehemaligen 17er Ulanen an der Dresdner Straße (an der rechten Seite
von der Stadt aus). Das Gebäude ist im Besitz des Reiches und
gegenwärtig an den Männerturnverein als Turnhalle vermietet. Der
Turnverein hat es für die Festtage bereitwillig überlassen und die
Reichsvermögensverwaltung dankenswerterweise gegen eine ganz
geringfügige Anerkennungssumme dazu ihre Zustimmung erteilt.
Der mächtige Bau ist kurz nach der Begründung des
Regiments (1867) errichtet, ganz aus Stein ausgeführt, 83 m lang und
18,35 m breit, bis zum First des Daches 9,50 m hoch, Da an den beiden
Querseiten je ein Raum von 15 m wegfällt, ehemalige Kühlställe bzw.
Futterkammern, die bei dem Feste als Wirtschaftsräume dienen, steht
insgesamt eine Fläche vom 53 x 18,35 m = 975 qm als Festraum zur
Verfügung, An der Ostseite befinden sich11, an der Westseite 10
hochliegende Fenster von je 1,60 x 2,30 m Ausdehnung so dass der Raum
vollständig hell ist. Verstellbare Fensterrahmen ermöglichen
hinreichende Durchlüftung. Der Haupteingang ist an der Westseite. Die
Bühne für die Sänger befindet sich an der Nordseite, sie füllt mit 18,35
m die ganze Breite des Reithauses und ist 11,60 m tief. Sie baut sich
terrassenförmig in 26 Stufen auf, die unterste 15 cm, die höchste 4 m
hoch über dem Erdboden.
EDie Bühne ist vorher auf dem Werkplatz vollständig
aufgestellt worden. Sie besteht aus 18 einzelnen Gerüsten mit Balken von
16 x 16 cm Querschnitt, die von 8 ebensolchen verzahnten Säulen gestützt
und durch zahlreiche Längs- und Querverstrebungen mit 500 Eisenbolzen
weiterhin gesichert werden, Auf den sog. Bindern sind Dreiecke aus
Pfostenstücken aufgenagelt, auf die dann die 3,5 cm starken Bohlen zu
liegen kommen. Die Tragfähigkeit ist auf 5 bis 6000 Zentner berechnet,
Die verwendete Holzmenge beträgt etwa 40 Festmeter. Vor der
Sängerbühne befindet sich das Podium für die 70 Mann starke
Musikkapelle, 80 cm über dem Erdboden. Der Dirigent erhält seinen
Platz auf einem tannengeschmückten Gerüst von 1,50 m Höhe, Durch die
getroffene Anordnung jann jeder Mitwirkende ihn völlig bequem sehen,
Es schließen sich im Zuschauerraum zunächst 60 Stuhlplätze für die
Ehrengäste und die Mitglieder des Hauptausschusses an, Die Zuhörer
finden Platz auf 200 Bänken, je 4 m lang, in 2 Reihenangeordnet, so dass
den einzelnen Besucher ½ m Sitzplatz zur Verfügung steht. Um
Unannehmlichkeiten, die bei anderen Festen auftraten, zu vermeiden, hat
man 35 m ½starke Bohlen aus gehobelten, kienfreien Holz, sog. Glazer
Ware, verwendet. An der Rückseite jeder Bank ist ein einfacher Tisch
befestigt. An den Längsseiten des Hauses sind Gestelle für 60 Fahnen
angebracht. Die Fahnen werden nicht in den Saal hineinhängen, damit die
schon ausprobierte prächtige Klangwirkung des Raumes nicht
beeinträchtigt wird. Aus demselben Grunge hat man auch davon abgesehen,
das Sparrenwerk des Daches irgendwie mit Fahnen zu schmücken. Der
ganze einbau ist ausgeführt von Sangesbruder Maurer- und Zimmermeister
Paul Schneider(Bürgergesangverein Oschatz). Die Beleuchtungskörper
stellte in entgegenkommender Weise die Fa. Nuster AG unentgeltlich zur
Verfügung.
Das neue Bundesbanner
Vorder- und Rückseite
Hersteller: Coburger Fahnenfabrik Chr, Wittmann, Coburg


|
|
Festspruch für das Oschatzer Sängerfest
des Sängerbundes vom Meißner Land 1927 von Rudolf Merkel und Richard Rost

Begrüßungsabend Sonnabend, den 18. Juni 1927, abends 8 Uhr
1. Ouverture zu „Rosamunde“ Franz Schubert
2. Ortsgruppe Oschatz: Ans Vaterland Willi Herrmann
Begrüßung durch den Vorsitzenden des Festausschusses. Herrn Max Görlt
Hierauf: Begrüßungsgesang der Oschatzer Sänger:
Nehmt unsern Gruß! M Kluge
Leitung. H. Stelzner und K. Otto
3. Bund: Brüder, reicht die Hand zum Bunde' 3(1)
W.A Mozart Ansprache des Herrn Amtshauptmann Dr. Vogel von Frommannshausen
Hierauf: Treu schlägt das Herz, gern hilft die Hans, Heil
klingt das Lied im Sachsenland G. Wohlgemuth 4. Gruppengesänge:
a) Liebenwerda-Herzberg:
Das Herz am Rhein
E. Schultz Leitung: Hans
Pewniak b) Meißen:
Segenswunsch
Max von Weinzierl Leitung
Adolf Anke c) Wilsdruff:
Der Freiheit Wiederkehr
Walter Dost
Leitung: Paul Hientzsch Ansprache des Herrn Ersten
Bürgermeister Dr. Sieblist Hierauf: Grüß Gott mit
hellem Klang!
Heil deutschem Wort und Sang! A,
Methfessel 5. Einzug der Gäste aus „Tannhäuser“
R. Wagner 6. Gruppengesänge: a)
Elster-Elbe-Sängerbund:
Jägers Morgenbesuch
Hugo Jüngst Heute scheid'
ich Karl Isenmann Leitung: Fr.
Behrendt b) Großenhain:
Morgen im Walde
Fritz Hoffmann Leitung:
Ehrenbundesliedermeister P; Gläser c) Riesa
Einsamkeit
Julius Rietz Soldatenlied
Franz Liszt mit Hörnern,
Trompeten, Posaunen, kleiner
und großer Trommel
Leitung: Bundesliedermeister I. Schönebaum
d) Oschatz Abmarsch Hans Hinrichs Hei,
springt ein Mädel übern Sieg
Hugo Stelzner Absprache des Herrn
Bundesvorsitzenden Karl Adelhein
Hierauf: Oschatzer Festspruch
Richard Rost
(siehe oben) 7. Bund: Im Krug zum grünen Kranze 78 (113) K. Fr. Zöllner
------------ Bannerweihe ----------------
a) Einholung des Banners
Nibelungenmarsch
G. Sonntag b) Bund:
O Schutzgeist des Schönen 70 (99)
W.A. Mozart c) Weiherede: Herr Oberkirchenrat
Michael d) Bund:
Weihelied 333,1,2
Georg Striegler e) Fahnenspruch
Erich Langer vorgetragen
von Karl Kühne f) Übernahme des Banners
durch den Bundesvorstitzenden Hierauf: Mein
deutsches Lied, mein Meißner Landl Euch
schirme Gott mit starker Hand
A. Hansch Weitere Ansprachen. Anmeldung bei
der Leitung. *) 8. Bund: Wo möcht' uch sein? 21 (29)
K. Fr. Zöllner
Trinklehre 43 (61)
Franz Abt
Zur Beachtung: Due Gesänge des Bundes Nr, 3, 7 und 10
von den Plätzen aus. Vor der Bannerweihe Aufstellung aller Sänger auf
dem Podium, Führerjubilare und Sängerjubilare (50J.) stellen sich an
Banner auf. *) Es wird gebeten, nicht länger als 2 Minuten zu
sprechen, Gesänge einzelner Vereine sind nicht zugelassen.
Sonntag, den 19. Juni, vormittags ½9 Uhr Morgenfeier in der
Aegidienkirche Orgelwerke, Einzel- und Chorgesänge
v. Schein, Bach, Reger u.a.
------------ Eintritt frei ----------------
Festkonzert
Sonntag, den 19. Juni 1927, 4 Uhr nachmittags
I. Zum Gedächtnis des 100. Todestages Ludwig van Beethovens
a) Ouverture zu „Egmont“
b) Die Ehre Gottes aus der Natur. (neue
Orchesterbegleitung von Iwan Schönebaum) c) Fahr wohl, du goldne
Sonne d) Hymne an die Nacht e) Gottes Macht und Vorsehung
(neue Orchesterbegleitung von Iwan Schönebaum)
(Leitung: Ehrenbundesliedermeister Paul Gläser
II.
2 Chöre des 1927 eingetretenen Elster-Elbe-Sänger-Bundes
(Leitung: Fr. Behrendt und A, Werner) a) Des Liedes Heimat
Adolf Prümers b) Im Walde
Heinrich Schäffer
---------- c) Es liegt ein Reich
Paul Geilsdorf s) Altdeutsches Liebeslied
Gustav Wohlgemuth e) Morgen im Walde
Friedrich Hegar Leitung: Hugo Stelzner
III.
a) Heiliges Lied, Weihegesang für Männerchor, Baritonsolo
und Urchester
Franciscus Nagler Baritonsolo: Horst Krauße,
Konzertsänger, Riesa b) Untreue
Friedrich Glück c) Die grünen Jäger
Hermann Kirchner d) Abschied des Handwerksgesellen
Friedrich Silcher e) Deutsche Hymne, Männerchor mit Orchester
Leitung: Bundesliedermeister Iwan Schönebaum

Zur genauesten Beachtung Bei der Aufstellung
zur Probe und zum Konzert benutzen die I, Teböre Aufgang A, die
II, Tenöre und I. Bässe Eingang B, die II. Bässe Aufgang C. mit
Rücksicht auf die in verschiedenen Gesängen nötige Teilung innerhalb
einzelner Stimmen, haben sich die Oberstimmen vorn, die Unterstimmen
hinten aufzustellen. Das Betreten des Podiums vom Zuhörerraum aus ist
nur während des Begrüßungsabend gestattet, Der Elster-Elbe-Bund
stellt sich in der Probe und im Konzert in vorderster Linie auf, um nach
seinem Einzelvortrage schnell abtreten zu können Beim Begrüßungsabende haben
die unter 4 und 6 angeführten Ortsgruppen immer gleichzeitig, der
Reihenfolge entsprechend, hintereinander anzutreten. Nach beendetem
Vortrage tritt die betreffende Gruppe ab, um der nachfolgenden den Platz
frei zu geben. Die Sängerdisziplin verlangt geordnetes Auftreten und
ruhiges Verhalten auf dem Podium. Gutes Gelingen ist in erster Linie
von schärfster Aufmerksamkeit aller Sänger abhängig! Die Oschatzer Kantoren seit dem Aufhören der Hoffmannschen Chronik (1815)
Grübler, Christian Traugott,
geboren am 23. Juli 1760 in Oschatz als Sohn des schon hochbetagten
Kantors Johann Michael Grübler (1716-1762), er hatte 7 Jahre das Lyzeum
in Chemnitz besucht, dann 4 Jahre in Wittenberg studiert und wurde 178
zum hiesigen Kantorat berufen; er war in diesem Amte bis zum Jahre 1831,
verstorben ist er am 21. August '1844 in Luckau (Sachsen-Altenburg).
Löbner, Friedrich Benjamin, geb. 11; Januar 180 in
Knautkleeberg bei Leipzig. In seinem Bewerbungsschreiben an die
Hochedlen, Wohlweisen und Hochgeehrtesten Herren des Rates berichtet er,
dass er mit 12 Jahren zu dem Schulmeister Johannes Christoph Bauriegel
in Pulgar in die Lehre gekommen und dann 6 Jahre lang Hauslehrer in
verschiedenen vornehmen Familien gewesen sei. Er war Gründer des
Liederkranzes und dessen langjähriger Dirigent. Das Kantoramt bekleidete
er 36 Jahre. Nach 44jähriger Lehrertätigkeit ging er als
Vizeschuldirektor im April 1875 in den Ruhestand und starb in Oschatz am
29. August 1890.
Voigt,
Gottlob Leberecht Constanz, deb. 7. April 1836 in Frauendorf bei
Geithain, besuchte 1852 – 56 das Lehrerseminar in Grimma, bestand dort
1858 seine Wohlfähigkeitsprüfung und wurde aus Lommatzsch hierher als
Kantor und dritter Knabenlehrer berufen, Seine Anstellung erfolgte
seinerzeit unter starkem Widerspruch des Sup. Dr. Liebe. Kantor Voigt
war ein im Gesangvereinsleben sehr tätiger Herr, Kantor 1867 – 31. März
1893, † 8. Juli 1895 Oschatz
Hansch, Ernst Alfred, geb. 1. März 1863 in Dresden-Pieschen,
besuchte 1878 – 83 das Lehrer-Semimar Dresden-Friedrichstadt, war
ständiger Lehrer in Obernhau, Organist in Wolkenstein, Kirchschullehrer
in Mülsen-St. Jakob, Kantor in Oschatz seit 1. April 1894, Er hat sich
große Verdienst um die Förderung des Musiklebens in Oschatz erworben
durch seinen Kirchenchor und den Schülerchor. Er war Dirigent im
„Liederkranz“, im Lehrergesangverein, im <usikverein. Auch aks Konponist
hat er sich ausgezeichnet. Der von ihm verfasste Sängerspruch ziert
jetzt das Banner, Nach l¨ngerem Herzleiden verstarb er unerwartet am 22.
August 1912 in der Elbersdorfer Mühle bei Dürröhrsdorf.
Stelzer, Hugo Arthur, geb, 19; September 1885 in
Wermsdorf bei Oschatz. Schüler des Oschatzer Semminars, Kantor seit 1,
Januar 1913, Dirigent des „Sängerkranz“; zurzeit Liedermeister des
Festortes.
Der Festzug Nachstehend soll kurz der
geschichtliche Teil des Festzuges beschrieben werden, Er will Bilder aus
der Pflege des deutschen Liedes im Laufe vergangener Jahrhunderte
zeigen. Der Zug wird eröffnet von einem Herold in seinem prächtigen
Kostüm hoch zu Ross, wie er in den glanzvollen Zeiten des Mittelalters
des Einzügen der Fürsten voranritt. Zwei Germanen folgen ihm, wie sie
uns die Schriftsteller der alten Römer schildern, in der Hand die Harfe
tragend, auf der sie ihre Götter- und Heldenlieder begleiten im heiligen
Hain und bei frohen Gelage der Männer in der hohen Halle. Das
Heldentum versinkt im Sonnenglanz des aufgehenden Christentums; Fromme
Brüder, begeistert für das Kreuz, das sie oredigen, tatendurstig und
unerschrocken, ziehen durch die dunklen Wälder Germaniens, erbauen
Kirchen und Klöster; Herr erbarme dich, Kyrie eleison schallt es, wo man
eben noch von Wotan und Donar sang. Die Blütezeit des Rittertums
zieht herauf. Dem Burgfräulein auf hohem Säller, umgeben von ihren
Gespielinnen, gilt das Lied des fahrenden Sängers im Burghof.
Die Städte erstarken. Der Handwerksmeister tut's dem verarmenden Ritter
gleich in Leben und Singen. Schüler, Schulfreunde, Sänger und Dichter
geleiten den berühmtesten der Meistersänger, Hans Sachs, zum edlen
Wettstreit auf's Rathaus. Die heiligen drei Könige
mit ihrem Stern, Sie essen, sie trinken, sie
bezahlen nicht gern, Sei essen gern, die trinken
gern, Sie essen, trinken und bezahlen nicht gern!
und so durch eine ganze Reihe von Strophen weiter. Geschart um den
kleinen und den großen Stern ziehen die Kinder von Oschatz zur
Weihnachtszeit singend durch die Straßen und bitten um ein Geschenk,
Eine andere Kinderschar: „Morgen, Kinder, wird's was geben, morgen
werden wir und freu'n.“ Hundertmal haben wir Erwachsenen es immer wieder
gern gehört. Hier sehen wir den Komponisten, unsern Kantor Mag. Hering,
inmitten seiner jungen Sängerschar. „Hopp, hopp, hopp, Pferdchen, lauf
Galopp...“ und viele andere Weisen, die noch heute, nach hundert Jahren,
zum Herzen sprechen, hat der tüchtige Musikus und treue Vater verfasst.
Biedermeierzeit. Die Herren im hohen Zylinderhut, Frack und Vatermörder,
das Spazierstöckchen in der Hand, die Damen in unförmigen Reifrock,
Haube und dem neumodischen Sonnenschirm, Vater und Mutter hören behäbig
den Schelmenliedern ihrer Töchter zu. „Muss i denn, muss i denn, zum
Städtele hinaus“. Noch wandert der Handwerksbursch seine Zeit, ehe er ein
Meister werden kann, der kräftige Schmied neben dem dürftigen
Schneiderlein, der elegante Perruquier mit dem derben Zimmermann und dem
Müllerburschen, der nie Ruh' und Rast findet, wie das Wasser seiner
Mühle, jeder mit eineem anderen Felleisen, jeder das Handwerk auf andere
Art grüßend, einig in Frohsinn und Sorglosigkeit. „Ich bin der kleine
Postillion, die ganze Welt bereist' ich schon.“ Von uns Lebenden haben
nur wenige noch den Schwager hoch vom Buck herab sein Lied blasen hören.
Wie weit liegt sie zurück, die gute alte Zeit, als man in einem Tage,
wenn alles gut ging, bis Leipzig kam. Aber fideler war die Gesellschaft
in der Postkutsche auch nicht als unsere Wandervögel mit Laute,
Mandoline und Geige. Der Zupfgeigenhansel zieht an Ihnen vorbei,
verehrte Zuschauer. Jetzt aber kommt die Frau Musika selber, im
grünen Schmuck, hoch über den Niederungen der Menschen thronend, anmutig
umschwebt sie die Blüte der weiblichen Jugend. Wer nicht liebt Wein,
Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang. Den Höhepunkt
des ganzen Zuges bildet der anschließende Wagen mit dem neuen
Bundesbanner, das wir an andere Stelle ausführlicher beschreiben.
Zwischen den einzelnen Darstellungen aus der Geschichte des Gesangs, die
wir hier kurz anzudeuten versuchten, fügen sich dem Zuge die Ortsgruppen
ein, ferner die Wagen des Bundesvorstandes, des Ehrenausschusses und
der Ehrengäste. Ihnen schließen sich die Einzelvereine an. Die
strahlende Junisonne aber lohne ihrem schönsten Glanze alle die
selbstlose Mühe, mit der der Festzug vorbereitet wurde.
Das Sängerfest des Sängerbundes vom Meißner Land in Oschatz 1868
Bereits im Sommer 1866 hatte man sich in Oschatz
gerüstet, die Sänger des Meißner Landes gastlich zu empfangen, aber an
ihrer Statt zogen eben um diese Zeit „die breiten und tiefen Colonnen
feindlicher Krieger durch die Straßen unserer Stadt, um hinzugehen zu
blutiger und zerstörender Kriegsarbeit“. Aber der krieg war schnell
vorbei und führte unser Volk einen wichtigen Schritt weiter dem Ziele
zu, das gerade auch die deutschen Sänger so leidenschaftlich erstrebten:
Der Einigung Deutschlands. Kaum waren die ersten Nachwirkungen des
Krieges verschwunden, ging man daran, das Fest von neuem vorzubereiten.
Am 11. und 12. Juli 1868 fand es dann hier, vom herrlichsten Wetter
begünstigt, statt. Am Sonnabend, den 11, Juli kamen nachmittags gegen ½5
Uhr die meisten Sangesbrüder aus dem zum Sängerbunde des Meißner
Hochlandes, wie es damals hieß, gehörigen Städten auf dem Bahnhofe an.
Nach den ersten stürmischen Willkommensrufen begrüßte sie der Lehrer
Holzmüller im Namen der hiesigen Vereine und Festvorstände. Aus seiner
prächtigen Rede merken wir einen Satz an: Die ... Feste sollen helfen,
das Werk deutscher Einigung zu rechtem Bewusstsein zu bringen und
geistig zu vollenden.“ Mit Musik ging1s dann in die Stadt, die Fahnen
wurden in Verwahrung gegeben, die Wohnungskarten verteilt, aççes klappte
vorzüglich. Um 7 Uhr fand dann die Hauptprobe in der Festhalle, dem
Reithaus an der Promenade statt, sie dauerte bis ½11Uhr. Bei dem warmen
Wetter fand man sich dann im festlich beleuchteten Ratszwingergarten
zusammen. Einen recht schönen Festgruß brachte die Wilsdruffer
Liedertafel: Gekommen sind die Sangesbrüder,
Durchs Lied vereint, durchs Lied Verwandte, Die
Sänger sind's der Meißner Lande! Heil Oschatz dir,
tönt's weit hinaus, Du bist ein gastlich
Sängerhaus. Durch die Rührigkeit des Wohnungsausschusses hatte jeder
Sänger sein Bett bekommen, benutzt sollen es nicht alle haben. Am
Sonntag, früh 6 Uhr, war Wecken, zahlreich fanden sich die Sänger auf
dem Neumarkt ein und begannen den Festzug mit dem Gesang: Allein Gott in
der Höh' sei Ehr. Mit dem Hauptgottesdienst war eine große,
starkbesuchte Kirchenmusik verbunden. Im Laufe des Vormittags kamen noch
die Sangesbrüder aus Lommatzsch und Elsterwerda an. Während am Rest des
Vormittags die Vorstände im „Löwen“ die laufenden Bundesangelegenheiten
berieten, fand im Löwengarten ein Konzert statt, oft unterbrochen von
den Liedern der sich zufällig zusammenfindenden Sänger. ½3 Uhr
ordnete sich vor dem Ratszwingergarten der Festzug, „Lustig flattern die
Sängerfahnen beim Umzug durch die Stadt, freudiger Gruß erschallte
allenthalben, und gar bald waren die Sänger imstande, sich reich zu
schmücken mit duftigen Blumen welche zarte Hände in überfülle ihnen
spendeten.“ Von Rathaus herab begrüßte der Bürgermeister Stübel den Zug
und brachte das Hoch auf die Gäste aus, Um 4 Uhr begann das Konzert.
„Bei der Aufstellung des Programms hatte man nur künstleische
Rücksichten walten lassen und darum recht schwierige Kompositionen
aufgenommen.“
Concert in der Festhalle
Erster Theil. 1. Hymnus
von H. Mohr. 2. Wanderlied von Mendelssohn-Bartholdy. 3. „Gott schirme
dich mein Vaterland“ Preiscomposition von A. Zedtle. 4. „Zwischen
Frankreich und dem Böhmerwald“ von J. Dürrner, 5. Altdeutscher
Schlachtgesang von J Rietz. Zweiter Theil. 6. Bundeslied von Fr.
Lachner, 7. 2 Volkslieder: a) Mutterseelenallein von H. Pfeil. b) Der
Lindenbaum von Fr. Silcher. 8. Das Deutsche Schwert von C, Schuppert. 9.
Frühling ohn' Ende, Preiscomposition von C. Reinecke. 10. Festgesang an
die Künstler von Mendelssohn-Bartholdy
Mit dem, musikalischen
Ergebnis war man sehr zufrieden. Der Dirigent hatte ja auch in der
Hauptprobe nicht locker gelassen, bis er die einzelnen Vereine zu einer
einheitlichen Leistung verschmolzen hatte. Sie Sänger versammelten sich
nochmals auf dem Markt und brachten dem Bürgermeister ein Hoch. Gefallen
hatte es ihnen großartig in Oschatz, manche Vereine, aber auch einzelne
Sänger, dankten ausdrücklich in der Zeitung.
Das Sängerfest des Sängerbundes vom Meißner Land in Oschatz 1884
16 Jahre darauf, am 28.
und 29. Juni 1884, fand dann in Oschatz das 10. Sängerfest des Bundes
statt, an das sich noch viele unserer Sänger recht gut erinnern. Die
Stadt war wieder aufs reichte geschmückt. Wir entnehmen die
nachstehenden Einzelheiten einem umfangreichen Bericht im „Oschatzer
Tageblatt“. Allein auf dem Platze vor dem Altoschatzer Thore waren vier
Ehrenpforten errichtet, drei in der Altoschatzer Straße, zwei in der
Hospitalstraße, an Altmarkt und in der Brüderstraße je eine. Fast an
allen Straßen entlang waren Reihen von Birken und Tannen gesetzt, die
meisten Häuser waren beflaggt, nit Guirlanden und Sprüchen geziert. Am
Empfangsabende war die Hospitalstraße aufs herrlichste mit Lampions
erleuchtet. Am Sonnabendnachmittag kurz nach 4 Uhr kamen fast alle
Sänger bis auf die Liebenwerdaer, die erst um 8 Uhr eintreffen konnten,
auf dem Bahnhofe an. Die Meißner kamen am Sonntag mit dem Omnibus. Mit
der Musik der Beyerschen Stadtkapelle ging's in die Stadt. Die
Begrüßungsrede hielt Seminaroberlehrer Stein. Sie gipfelte in dem
Spruch: Im Worte Kraft, im Tone rein.
Das deutsche Lied, so soll es sein! Verlangt worden war anfänglich
einschließlich der Massenquartiere Unterkunft für 369 Sänger. Die Zahl
verminderte sich etwas dadurch, dass manche Sänger im Gasthof wohnten,
gar nicht oder erst am Sonntag eintrafen. ½ 7 Uhr war die recht gut
besuchte Hauptprobe. Der von 800 Personen besuchte Commers wurde auf
dem Rathaussaal abgehalten. Es begann kurz nach 9 Uhr. Den
Willkommensgruß der vereinigten Oschatzer Gesangvereine dirigierte
Kantor Voigt. Bürgermeister Härtwig begrüßte die äste im Namen der
Stadt. Man tut den einzelnen Vereinen Unrecht, wenn man das Gebotene
auszugsweise miyyeilt. Es herrschte vorzügliche Stimmung. Ein besonders
erfolgreicher Dirigent wurde von begeisterten Sängern auf den Schultern
umhergetragen. Der Baumeister Zürn gab ein Gedicht zum besten, aus dem
wir die Strophe auf die Dirigenten herausgreifen:
Viel Schweiß und Mühen sind ja überwunden, Die
Proben, Gott sei Dabk, sie sind vorbei; Die
Dirigenten selbst, die uns so oft geschunden, Sie
sind erlöst und atmrn frei. „Die herrlich aufgehende Sonne, berichtet
die Zeitung, überraschte immer noch muntere Sänger, welche beim
schäumenden Glase saßen und sich der Lust und Freude ganz hingaben. Die
Beyersche Kapelle besorgte das Wecken der anderen. Es war wieder wie vor
16 Jahren das prächtigste Wetter. Um 10 Uhr begannen die
Frühkonzerte, eins im Löwen. das aandere im Zwingergarten, auch die
Gesangvereine hayyen sich entsprechend verteilt und boten nach jeder
Orchesternummere ein Lied. um 2 Uhr sammelte man zum Festzug beim
Ratszwinger. Es gingen 16 Fahnen im Zuge. Am Neumarkt dirigierte der
Bundesliedermeister Kantor Voigt das Bundeslief; Brüder reicht die Hand
zum Bunde. Dann hielt der Bezirksschulinspektor Dr. Winkler die
Festrede. Der Zug ordnete sich dann wieder und ging noch durch eine
Reihe von Straßen, bis er sich an dem zur Festhalle überlassenen
Reithaus in der Promenade auflöste.
Concert-Programm
Erster Theil, 1. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre!
Lied von L. van Beethoven. 2.Groß sind die Wogen von E. Richter. 3. Sei
du bei mir (E. Geibel) von W. Tschirsch. 4. Heimliche Liebe von J.
Dürrner. 5. Weißt du ein treues Herz (H. Pfeil) von Hans Kutzschbach.
Solovortrag vom Meißner Männer-Gesangverein Zweiter Theil,
6. Auf roßprangender Flur (aus „Oedipus auf Kolonos“ des Sophokles) vom
Mendelssohn. 7. Nähe der Geliebten (Braun) von C. Reinthaler. 8a) Unterm
Lindenbaum (H. Pfeil), b) Einkehr (E, Geibel) von W, Sturm. Solovortrag
der Liedertafel zu Großenhain. 9. Schifferlied von C. Eckert. 10.
Dörpertanzweise (V. Scheffel) von M. Zenger Dritter Theil,
11. Des deutschen Mannes Wort und Lied (C Preser) von H. Kutzschbach.
Solovortrag vom Meißner Männer-Gesangverein. 12. Normanns Sang (A Gatby)
von Rücken. 13. Trinklied (Tb. Körner) von C. Zöllner. 14. An den
Sonnenschein (R..Reinick) von V. Lachner. 15. Sängers Gebet (aus „Amaranth“
(O. Redwitz) vom J.J.N. Rösporer.
½ 5 Uhr begann das Konzert. Die
aus dem mit abgedruckten Programm nicht ersichtlichen Dirigenten waren
(in der Reihenfolge des Berichtes): Kantor Voigt, Oschatz,
Seminaroberlehrer Mohn, Oschatz, Kutzschbach,
Meißen, Gerhard, ?, Lösche, Großenhain, Nöthlich, Riesa, Kleber, Strehla,
Blochwitz, Liebenwerda. Bald nach dem Konzert verließen die meisten
Sänger unter nicht endenden Hochs die Stadt, ein Teil blieb aber bis zum
Montag sesshaft. Die Konzerteinnahmen betrugen 900 Mark, es entstand
ein nur geringer Fehlbetrag. Gefallen hatte es wieder allen Sängern in
Oschatz.
|